Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auswanderungsgründe
american
19.11.2005, 18:36
Aus welchen Gründen wollt Ihr nach USA auswandern, oder aus welchen Gründen seit Ihr damals ausgewandert? (Find ich immer wieder interessant). Mehrfachauswahl ist möglich, ich hab mal den Anfang gemacht (obwohl es noch zig Gründe gäbe, aber man kann höchstens 10 einstellen)
Mehr Freiheit, größere Zukunft und - ich geb's ja zu - besseres Wetter :)
Ralph
Ach je, das waren so einige, es ist hier ja schon oefter mal darueber gesprochen worden. Die USA haben mich fasziniert seit ich Kind war, meine Eltern hatten damals Freunde bei der US Army und wir haben diese oft besucht in der housing area und mir fiel auf, dass sie andere (schoenere) Spielsachen hatten, groessere Autos, leckeres Essen (meine ersten gegrillten Hamburger habe ich dort gegessen) usw. Fand ich sehr interessant, ich war damals so etwa 8-9 Jahre alt. Auch bestimmte Buecher, die ich in den folgenden Jahren las, faszinierten mich, allen voran die Serie Die drei ??? die ja nun in Californien spielte. Californien wollte ich unbedingt mal sehen. Ich kannte viele Bilder von Californien, da wir damals Verwandte dort hatten. Nun, und so faszinierte mich dieses Land immer weiter, als teenager war ich dann Dauergast im Amerika Haus in unserer Stadt, habe deren ganze Bibliothek von vorn bis hinten durchgelesen, so ungefaehr. Die Beschreibungen des Landes und der Lebenswirklichkeit in den USA, die Freiheit und die Weite des Landes fand ich sehr attraktiv. Inzwischen war ich im Schueleraustausch in England gewesen (USA konnten sich meine Eltern leider nicht leisten) und hatte sehr gut Englisch gelernt, die Sprache mochte ich sehr. Na ja, und dann kam, was kommen musste: mein erster USA Urlaub. Und in dem Moment, als ich aus dem Flieger am New Yorker JFK Flughafen stieg, fuehlte ich: ich war zu Hause.
Andere haben dieses Gefuehl ja auch schon oefter beschrieben. Ich weiss es noch, als waere es gestern gewesen, ich stand an der U-Bahn-Station JFK/Howard Beach im Sonnenschein und wartete auf den Train in die Stadt zur Jugendherberge, sah ein Sternenbanner im Wind flattern und dachte: hier will ich bleiben. Ich weiss, es klingt kitschig, aber so war es.
Nach diesem Urlaub dauerte es zwar wieder einige Jahre, bis ich wieder in die USA kam und dazwischen tat sich auch Konkurrenz auf, denn ich studierte in Rom und konnte mir auch gut vorstellen, fuer immer in Italien zu leben, aber kaum war ich wieder in den USA, war auch das Gefuehl wieder da: zu Hause zu sein. Und von da an gab es kein zurueck. Jetzt flog ich jedes Jahr in die USA in den Urlaub, und das Heimweh wurde immer groesser. Und so begann ich nach einem Weg zu suchen, in die USA auszuwandern. Es dauerte ein paar Jahre, bis ich einen Arbeitgeber fand, der eine green card sponsorte, aber eines Tages war es soweit. Ich wanderte ein, wieder am JFK Flughafen, wo alles begonnen hatte. Es war recht unspektakulaer, aber ein Jahr spaeter, als ich aus Mexico zuruckkam wurde ich in Washington bei der Passkontrolle mit den Worten: "Welcome home!" begruesst. Auch das habe ich nie vergessen, zum ersten Mal hatte jemand es ganz offiziell gesagt: dies war jetzt mein Zuhause.
Man sieht also, bei mir waren es rein emotionale Gruende. Ich hatte in Germany einen guten Job, verdiente sogar mehr Geld als am Anfang hier, hatte Haus und Boot und Auto und alles was die Werbung als lebensnotwendig anpreist, es gab keinen materiellen Grund fuer mich, in die USA zu kommen. Aber ich sah auch, was in Deutschland alles nicht stimmte: das Wetter ist grauenhaft, die Gruenen zerstoerten mehr und mehr jegliche persoenliche Freiheit, und die Wirtschaft obendrein. Kinder in den USA erschienen mir weit froehlicher als in Deutschland, mit einer weit besseren Zukunft, so dass ich meine Kinder nicht in Deutschland in eine gruene Schule senden wollte. Vor allem aber wusste ich: hier war ich zu Hause. Und auf Dauer in der Fremde leben wollte ich nicht. Meine Frau, die mit eingewandert ist, fuehlte sich ebenfalls sehr schnell zu Hause, so dass wir es nie bereut haben und heute stolze citizens sind.
Eigentlich treffen alle Gruende auf uns zu, aber die Erfuellung eines Lebenstraumes aus vielen persoenlichen Erfahrungen und Gruenden ist die ungeschlagene No. 1!
Wow,Wolf, das klingt wie im Märchen. Aber so ist es nunmal, verfolge Deine Ziele - gebe nicht auf und dann kann man es schaffen....
Bei mir war es eher ein Gemisch aus emotionalen Gründen und harten Fakten. Emotional war es so, dass ich auch schon als Kind von den USA geträumt habe und schon immer hier leben wollte. Ich habe Urlaub hier gemacht und Amerikaner als Freunde gehabt. Ebenso ging mir das ewige deprimiert sein auf die Nerven, hier ist man (auch wenn nur oberflächlich) doch recht freundlich. Die Freiheit alles machen zu können, was ich will, ist natürlich auch ein Grund gewesen.
Dann waren die anderen Gründe, die "Fakten": Ich habe keine wirkliche Zukunft in meinem Beruf in DE gesehen: Leute wurden massenweise entlassen, während wir hier händeringend diese Skills suchen. Die Steuern waren unsäglich, ich weiss selber gut, wie ich für mein Alter vorsorge, also brauche ich nicht in ein System einzuzahlen, welches mir nichts mehr gibt. Die politische Situation in DE hatte mir gezeigt, dass es wohl für meine Kinder nicht mehr erstrebenswert ist, in DE zu leben, also möchte ich ihnen, sofern sie mal kommen ;), auch ein besseres Leben anbieten können und die Chance einen Arbeitsplatz zu finden.
Todd, RN
19.11.2005, 20:00
Ich entstieg im Sommer 1993 in der Abenddämmerung dem kleinen United Express Flugzeug, dass mich nach Bend/Oregon gebracht hatte, roch Pinien, hörte Grillen zirpen und hatte plötzlich ganz tief in mir das Gefühl: hier wirst Du eines Tages leben!
Anfangs faszinierte mich die schiere Grösse der USA und die Gelassenheit, in der die Amerikaner ihren oftmals durchaus hektischen Alltag bewältigen. Die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote und spektakuläre Naturlandschaften haben mich danach Jahr für Jahr wieder gelockt.
Mittlerweile sind es die fundamentalen Werte, die das Land erst zu dem gemacht haben, was es heute ist, die mich anziehen.
Zudem, wo sonst hätte ich so viele persönliche Freiheiten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten? :usasmilie
Im Gegensatz zu meinen Vorrednern steht bei mir ein anderen Grund ganz vorne: Auswandern der Liebe wegen :)
Ich hab zwar auch schon insgesamt vier Jahre in den USA gelebt und bin auch ein grosser Amerika-Fan, aber die Hauptsache ist natuerlich, dass ich dorthin gehe, wo mein zukuenftiger Mann lebt...und das ist nun mal Alaska :biggrin
Aber wer weiss, wenn es ihn nicht gaebe, vielleicht waere ich trotzdem irgendwann und irgendwie in den USA gelandet, habe mich dort immer sehr heimisch gefuehlt :)
Gruss,
CW
Tja was soll ich sagen. Ich habe vor vier Jahren, als ich ein Internship hier gemacht habe, entdeckt und gelernt, dass ich wieder nach USA moechte.
Damals hat sich zu einem Lebenstraum entwickelt.
Tja und wie man sieht nach 4 Jahren gabs ein Angebot (und man mag es nicht glauben, ich war in blue Jeans zum Interview, dank Singapure Airlines) und das habe ich doch angenommen, frei nach dem Motto wenn nicht jetzt wann dann? Ich glaube allerdings, dass ich den Schritt nicht gemacht haette, wenn meine grosse Liebe in Deutschland gefunden haette. Und wer weiss wie lange ich es hier aushalte...Vielleicht habe ich ja auch in 5 Jahren wieder das Gefuehl nach Deutschland zu wollen, was ich allerdings im Moment nicht glaube. Da ich nicht glaube, dass es im Osten Deutschlands in 5 Jahren besser ausschaut und ich in meinen Beruf sowieso in die alten Bundeslaender gehen muss, machst es eigentlich auch schon keinen Unterschied mehr, ob man 300km oder 6000km von der Familie weg ist.
Tja bei mir war es so das meine Tante mit 19 einfach der Liebe wegen nach Usa abgehauen ist und damals jeder zu Ihr gesagt hat das schaffst Du sowiso nicht und kommst bald wieder angerannt-ja,ja das war vor 37 Jahren und sie lebt immernoch und sehr glücklich in Usa :biggrin .Sie kam am Anfang öfter mal zu Besuch und ich fand die Geschichten die sie erzählte toll und all die Photos damals war ich 16 Jahre.Dann stand fest in dieses Land muß ich mal.Naja wollte dann unbedingt als Au pair rüber aber meine Eltern machten mir einen Strich durch die Rechnung(erst mal Ausbildung und so)na und dann machte ich halt nicht nur eine sondern 2 Ausbildungen und der Gedanke Usa verschwamm ein wenig.Als ich dann fertig war mit der Krankenschwesterausbildung ging eine von meinem Kurs als Au pair in die Usa und ich wollte erst mitgehen beschloss dann aber doch erst mal ein wenig Berufserfahrung zu sammeln(war aber in der Ausbildung schon 2x im Urlaub drüben und sehr begeistert).Na dann nach eineinhalb Jahren stand fest ich gehe nun kamen aber doch auch Zweifel auf und währen meine Freunde nicht gewesen weiß ich nicht ob ich es letztendlich gemacht hätte aber sie haben mich bestärkt und mir feste in den H..... getreten(Gott sei Dank):biggrin .
Naja sie dachten schon alle ich komme nicht wieder aber nach meinem Jahr (es war sehr genial und ich habe sehr viel auch über mich und meine Grenzen gelernt)
hatte ich erst mal genug denn da sah ich das erste mal das wahre Amerika und nicht nur als Touri all das schöne.Ich will damit sagen das ich einfach gesehen habe das nicht alles nur toll ist in Usa sondern es genauso wie überall auch Dinge gibt die nicht so toll sind(z.B Freundschaften,Sozialsystem etc.)ich wollte mir auf ´jeden Fall sicher sein das es richtig ist was ich tue(was man ja letztendlich nie wirklich weiss).
Als ich dann aber wieder eine Weile in D war und das erste mal wieder rüber geflogen bin und aus dem Flugzeug ausgestiegen bin war klar-Ok das hier ist die Heimat das ist was Du Willst.Tja und von da an geht es mir wie vielen hier.Jedes Jahr in Urlaub hin und es manchmal sogar schon ein wenig Streßig bei inzwischen 2 Familien :biggrin aber es ist schöner Streß den ich nicht missen möchte.
Ich finde es sehr possitiv das man sich in den Usa sebst verwirklichen kann und ich mich in meinem Beruf weiterentwickeln kann und auch anerkannt werde im gegensatz zu hier wo man recht schnell auf der Stelle tritt und ich doch auch leider sehr häufig frustriert nach Hause komme.Die Freiheit das zu tun was man möchte!!!!Und natürlich auch das Wetter :biggrin .
Uiiiii das war jetzt lang-sorry aber mußte sein
blacky741
20.11.2005, 10:23
ich habe eine tochter in amerika,dort lebt sie schon 14 jahre,sie hatte damals ihren mann in garlstedt kennen gelernt und 2 jahren danach geheiratet.Sie haben inzwischen 3 kinder und sind sehr glücklick,ist doch klar,das ich sehr oft in amerika zu besuch war und mein konto immer in den miesen stand.
Das war mir aber egal,ich hatte ja immer ein jahr zeit ,es wieder aufzustocken.Nun komme ich meiner rente immer näher und bald bleibe ich bei meinen kindern in amerika,kann es kaum erwarten bei ihnen zu sein,ich fühle mich glücklich und wohl in amerika.:iloveyou
Am Anfang beschränkte sich mein Grund nur der Liebe wegen. Aber ich muss gestehen, je mehr ich mich mit dem Land beschäftige und je mehr Infos ich bekomme, haben die Gründe sich nun auch auf mehr persönliche Freiheiten, bessere Zukunft beruflich usw. ausgedehnt.
lg kathrin
Bei mir ist es auch wegen der Liebe:)
Hätte ich meinen Verlobten nicht getroffen, wäre ich wohl für immer in Deutschland geblieben. Ich kannte die USA schon von einigen Reisen aber dass es mal mein Wohnort werden würde hätte ich nicht gedacht.
Deshalb bin ich wirklich sehr gespannt auf das Leben da.
LG
Britta
mustang72
22.11.2005, 21:59
Angefangen hat es bei mir wie etwas beim Mittermeier - zapped! Bei uns liefen irgendwie hauptsächlich die amerikanischen Serien. Auch die Mondlandungen mit Houston und dem Konrollzentrum hat mich fasziniert. Dann hat ein Onkel bei Caterpillar gearbeitet und da hatte ich in meinen Ferien jeweils auch Kontakt zu amerkanischen Familien und Kindern sowie amerikanischen Gepflogenheiten. Bowling, BBQ etc. war dort irgendwie immer ein Thema.
Etwas naiv aber beim Cowboy und Indianer spielen war ich immer (noch) von der indianischen Kultur fasziniert und den Landschaften in den Filmen. Über Indianer habe alles gelesen was mir in die Finger gekommen ist. Und dann natürlich alle Romane, Filme und Serien über den ach so Wilden Westen. Auch wenn die Winnetou Filme nicht in Amerika gedreht wurden und Karl May angeblich ja nie dort war aber das war ja nur einige unter vielen Filmen, Helden und Autoren. Bonanza wollen wir hier auch nicht vergessen.
Dann kam die Musik und eine liebe zur englischen Sprache - im Gegensatz zu Französisch was bei uns Pflicht ist :kotz . Dann war ich ich ja mal DiscJockey und davon kann man in der Schweiz nun mal wirklich nicht leben. Einige amerikanische Gäste haben mich angesprochen und immer geschwärmt wie gut ich sei und was ich in USA für Chancen hätte. Habe es aus Liebe zu einer Frau aber halt nicht gepackt.
Dank einer anderen Frau und Glück kam ich 1989 dann relativ spät zum ersten mal nach USA zum Urlaub nach Tampa bzw. St. Pete's Beach. Und ich kann den Anderen nur Beipflichten, dieser Moment des Eintritts ins Land, diese ersten paar Eindrücke in nur wenigen Minuten und Stunden ist unbeschreiblich und auch unverständlich. Es ist wirklich wie zu hause zu sein obwohl man erst seit kurzem hier ist und nach zwei Wochen steht man wieder zu hause und ist hilflos, verloren, deprimiert!
Tja und ab dann war es definitiv geschehen und es hat jetzt aber doch tatsächlich mehr als 15 Jahre gebraucht. Beruflich habe ich es last but not least auch sonst immer als besser empfunden nur das kann ich derzeit leider noch nicht bestätigen.
Ich habe jetzt mal fuer "Verwandte und Ehepartner" gestimmt, denn damals bin ich "nur" aus liebe zu meinen Mann hier hergekommen. Haette ich gewusst, was fuer ein wunderbares Land Amerika ist, haette ich warscheinlich jedes Jahr bei der GC Lottery mitgemacht... Ja, ich muss zugeben, dass ich damals ziemlich negativ beeinflusst wurde durch die deutschen Medien (bezueglich Amerika, am meisten Politisch)... :o :mad:
Ja, ich muss zugeben, dass ich damals ziemlich negativ beeinflusst wurde durch die deutschen Medien (bezueglich Amerika, am meisten Politisch)...
Und nun bist Du unsere Forums-Muster-Amerikanerin!!!
Ich habe jetzt ein paar Tage darueber nachgedacht und da ich immer noch mit meiner spontanen Eingebung zufrieden bin, habe ich mehr Freiheit angekreuzt. Eigentlich wuerde alles stimmen, bis auf der Liebe wegen, aber mehr Freiheit ist am Ende das, was mich hier zufriedener sein laesst, als ich es vorher war.
Amen, Peter!
Ich finde die Beitraege bis jetzt sehr spannend, besonders die Tatsache, dass knapp 65%, und damit am meisten, "mehr Freiheit" angekreuzt wurde.
Kritiker behaupten immer gerne, dass man in Deutschland doch genauso frei sei, wie in den USA, und im Gegenteil, in den USA vieles verboten ist, was man in Deutschland fuer selbstverstaendlich erlaubt erachtet, z.B. nackt baden, unter 21 trinken zu duerfen, Pornos im Fernsehen zu sehen usw.
Dennoch ist das Freiheitsargument hier das Staerkste, und auch ausserhalb des Forums ja immer wieder zu hoeren.
Hier nun die Frage: Macht man sich da etwas vor, oder hat man wirklich in den USA groessere persoenliche Freiheit? Wo macht sich diese in Eurem Leben bemerkbar?
Hier nun die Frage: Macht man sich da etwas vor, oder hat man wirklich in den USA groessere persoenliche Freiheit? Wo macht sich diese in Eurem Leben bemerkbar?
Einfach überall:
Ich habe die Freiheit zu entscheiden, was ich mit meinem Leben anfangen will, ich bin nicht mein Leben lang an den Beruf gebunden, den ich gelernt habe.
Ich kann entscheiden, in welchem Klima ich leben will und ganz einfach umziehen.
Ich kann einkaufen gehen, wann ich will.
Ich habe viel mehr Entscheidungsfreiheit, wie ich mich versichern will, was ich mit meinem Geld machen will, wie ich mich absichere.
Ich kann entscheiden, auf was für eine Schule meine Kinder gehen werden (privat, kirchlich, öffentlich, etc.)
Ich kann mich hier freier entfalten, da jeder mich leben lässt, wie ich es möchte und mir mein Nachbar nicht meine Mülltonnen durchwühlt auf der Suche nach etwas nicht recycletem.
Ich könnte hier noch stundenlang weitermachen, aber ich denke you get the point.
Hier nun die Frage: Macht man sich da etwas vor, oder hat man wirklich in den USA groessere persoenliche Freiheit? Wo macht sich diese in Eurem Leben bemerkbar?
Hey gute Frage, bin mal auf die Antworten gespannt. Ich denke eher, dass die meisten sich da was vormachen. Ich habs auch nicht angekreuzt.
Wie gesagt fuer mich war es ein Traum auszuwandern und dafuer habe ich gewisse Dinge aufgegeben und andere bekommen, die Freiheit zaehlt nicht dazu.
Karl-Heinz
23.11.2005, 05:24
Ich möchte mich nicht wiederholen.
Ich wollte schon mit ca. 8 Jahren meine Lieblingstante in Chicago besuchen. Nur da war ein Problem - Deutschland hatte gerade den USA den Krieg erklärt. :(
Also musste ich noch 15 Jahre warten - aber warum nicht gleich auswandern. :biggrin
War die richtige Entscheidung - Jippi.
ich schliesse mich Peter an, all die Gruende, die er auflistet, sehe ich auch.
Besonders, dass ich hier viel mehr Freiheit habe, mich beruflich weiterzuentwickeln. Ich habe hier bereits zwei career changes gemacht, die mir in Deutschland einfach aus prinzipiellen strukturellen Gruenden nicht moeglich gewesen waeren. Hier kann jeder sich weiterbilden, neue Dinge versuchen, eine neue Ausbiildung oder ein Studium aufnehmen, eben so wie er Lust hat.
Dazu kommt die freie Schulwahl, in Deutschland haette ich mein Kind in eine staatliche Zwangsschule senden muessen.
Hier schnueffelt niemand in meinem Muell und ich darf auch grosse gas guzzler fahren, ohne dass ich moralisch geaechtet und vom Staat verfolgt werde.
Ich darf meine Meinung ueber Politiker frei aeussern, ohne dass mich jemand, der gefaerbte Haare hat, wegen Beleidigung verklagen kann.
Ich kann mit meinem Geld machen, was ich fuer richtig halte und brauche nicht mehr als die Haelfte an den Staat abgeben.
Ich kann Vertraege schliessen, ohne mich an Gewerkschaften oder andere Leute halten zu muessen, die mir in meine Vertraege hereinreden wollen.
Ich kann, wenn ich will, im ewigen Sommer leben :)
Klar, es gibt auch ein paar Dinge, die ich hier nicht darf, die ich in Deutschland durfte, wie ich schon erwaehnt habe. Aber unterm Strich fallen die nicht ins Gewicht gegenueber den Freiheiten, die ich hier habe. Freiheit ist auch in den USA nicht grenzenlos, leider, aber die Grenzen sind viel weiter gesteckt als in Europa.
mustang72
23.11.2005, 07:07
Hm, Freiheit? Die Schweiz ist ja eigentlich auch ein freies Land und die persönliche Freiheit wird hier auch gross geschrieben. Nur in den USA ist das mit der Freiheit irgendwie mit dem Fuss an Land setzen auch spürbar. Strange!
Es sind primär wahrscheinlich die Dimension die auch das Gefühl von Freiheit vermitteln. Was ich auch früher immer schon gefühlt habe bevor ich überhaupt dort war ist die wirtschaftliche Freiheit. Wie schon von euch erwähnt zB die freie Karrierewahl. Hier wird man mit 15-16 Jahren und der Berufslehre in eine Karriere gepfercht die man kaum mehr verlassen kann. Der Wirtschaftsraum CH, überhaupt jeglicher Raum hier, ist von jedem Punkt aus in mindestens in einer Richtung nach 200 km sprichwörtlich begrenzt. Klimatische Veränderungen kann man auch nur begrenzt verwirklichen - in den Bergen oder im Tessin.
Also bezüglich Freiheit habe ich schon gewisse Erwartungen - nur beschreiben was diese Erwartungen wirklich sind kann ich eigentlich nicht!
Ich habe drei Auswanderungsgruende.
1)Erfuellung eines Traumes: Bin USA Fan seit meiner Kindheit und fuehle mich nur hier zu Hause
2)Verwandte /Ehepartner: Durch meinen amerikanischen Ehemann ....nachdem wir abgewaegt haben wo die
3)Zukunft incl. persoenlicher-beruflicher Aspekte wohl netter aussehen koennte
Ich versuche mal, die Punkte von Wolf und Peze nicht zu wiederholen, aber ich moechte mich den beiden anschliessen und zusaetzlich:
Ich kann einkaufen gehen, wenn ich moechte
Waehrend ich einkaufe, wird um mich rum ein gewisser Freiraum akzeptiert, d.h. kein Gedraenge, in die Hacken gefahre ( meist noch ohne Entschuldigung ) und auch keinerlei Hektik! Je nachdem wo ich einkaufe, muss ich weder aus- noch einpacken und mir als Kunde wird freundlich begegnet und versucht alles moeglich zu machen! Falls etwas nicht moeglich sein sollte, wird sich entschuldigt anstatt, dass man bloed angemacht wird, wie man sowas ueberhaupt fragen kann...
Die Harley darf hier original sound haben:D
Hier fliegen auch Sonntags die Jets und Rasen maehen darf man hier scheinbar auch, wann man will.
Die letzten 2 Punkte wuerden nach deutscher Logik die Menschen stressen, weil Laerm ja angeblich Stress verursacht, doch komischerweise, sind die Menschen ( uns eingeschlossen ) hier viel entspannter. Also machen vielleicht doch die ganzen Verbote und Einschraenkungen krank???
Dann kommt hier in Virginia Beach speziell vielleicht noch hinzu, dass man bei staendig schoenem Wetter, einer schoenen Stadt und Umgebung und Meer und Strand vor der Tuer das Gefuehl hat, Dauerurlaub zu haben!
In der Schule legen die Lehrer Wert auf Motivation. Unsere Kinder sind ploetzlich super, weil man ja die Aufmerksamkeit fuer positive Leistungen und Verhaltensweisen bekommt und die Lehrer sich nicht auf die Fehler konzentrieren. Hier habe ich sogar email-Kontakt mit manchen Lehrerinnen, in D durfte ich Joey's Lehrerin noch nicht mal privat anrufen. Hier hat Nina's Lehrerin eine Homepage, wo man z.B. sehen kann, ob sich das Kind alle Hausaufgaben aufgeschrieben hat, was in der Schule durchgenommen wird und wurde und welche besonderen Aktivitaeten geplant sind.
In Remscheid wollte ich ehrenamtlich im Tierheim mithelfen. Da wurde mir gesagt, ich duerfe lediglich mit Hunden spazieren gehen und zwar von 10 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags und sonst nicht. Das war's, mehr Moeglichkeiten gab es nicht. Hier bin ich ins Tierheim und habe gefragt, ob sie Volunteers gebrauchen koennen. Die Antwort: Na klar, ich gebe ihnen direkt ein Formular zum ausfuellen, dann und dann ist eine Orientation und danach koennen Sie jederzeit ( wann es ihnen passt ) vorbei kommen und sagen, was sie machen koennen, z.B. mit einem Hund spazieren gehen, einen Hund baden, mit einem Hund spielen, Katzen streicheln, Kleintiere versorgen, Administration, Internetseite bearbeiten ( z.B. Fotos einstellen ), Fotos von den Tieren machen, Kunden beraten, in der angeschlossenen low cost clinic mithelfen usw.:eek: Ist das nicht mal ein Unterschied?
Hier werden einem nicht staendig Grenzen aufgezeigt, die im Grunde ( wie man dann hier erleben kann ) gar nicht sein muessen.
Momentan faellt mir kein Beispiel mehr ein, was nicht schon genannt wurde, aber das Gefuehl von Freiheit ist hier einfach da und kommt sicher durch viele Kleinigkeiten zu stande, die im Ganzen gesehen, das Leben schoener und einfacher machen.
american
23.11.2005, 15:06
Ich war heute in der Botschaft meine tax returns abgeben und habe mich mit der IRS Dame mal eben so unterhalten. Nachdem sie mich fragte wo es dann hingehen soll un dich GA antwortete und sie ien Bruder dort hat (klein ist die Welt) meinte sie es ist alle mehr "laid back" dort. Und ich meinte ja und das Leben kann sich einfacher gestalten. Und dann sagt sie: "Ja, und man brauch nicht eine Genehmigung hier und eine Genehmigung da." Da musste ich lachen:D , sie hatte es auf dem Punkt getroffen.
Zur Freiheit: Leute haben mich auch schon mit einem Fragezeichen im Gesicht angeschaut, wenn ich behauptete, dass man in USA mehr persönliche Freiheit hat.
Freiheit heisst eben nicht, dass man alles tun kann. Freiheit heisst, man kann , aber muss nicht.
In den USA kann man eine Waffe besitzen. Man muss nicht, aber man kann wenn man will.
Der Puritanismus gibt es gerade wegen der Freiheit. Man ist frei vom ewigen medien-sex-terror, der hier in Europa herrscht (zappt mal durch die Sender so nach 23:00, nur Werbung für 0900er-nr.)
Ich habe auch mehreres angekreuzt. Ich fühle mich in USA einfach zuhause, ich mag den american way of life !! die Abenteuerlust spielt bei mir aber auch eine Rolle: Action, ich bin es gewohnt umzuziehen, mir wird langweilig nach 3-4 Jahren in einem Land :biggrin hoffe aber natürlich in USA ein definitives zuhause zu finden. Auch wichitg für mich sind die beruflichen Aussichten, ich denke , dass ich bessere Chancen habe auf einen Job als hier.
Bei mir sind es gleich vier Punkte:
-Mehr Freiheit
Ich kann tun und lassen, was ich will, ich kann mich finanziell ruinieren, und habe dann die Chance, etwas neues aufzubauen, und mir wird nicht in MEIN Leben einegriffen, wie in Deutschland.
-Politik und Wirtschaft
die Tendenz in Deutschland geht Richtung Kommunismus. Wenn das passiert, möchte ich hier bestimmt nicht mehr leben. Hell, ich habe sogar ANGST davor, dass das passiert. Und selbst wenn nicht: Mittlerweile sind alle Parteien hier in Deutschland sozialdemokratisch, die Union hat zum Beispiel der Reichensteuer zugestimmt, was mir absolut nicht passt. Gerade die Union sollte eine Vorbildfunktion einnehmen und für die gerechte Schicht stehen, aber das tun sie nicht.
Ich bin sehr konservativ und im Hinblick auf die Marktwirtschaft sehr liberal orientiert, also kapitalistisch. Ich möchte das Geld, das ich verdiene, behalten, und selbst entscheiden, wofür ich es ausgebe. Das ist in Deutschland immer weniger möglich.
Ich konnte mich noch nie mit irgend einer Partei besser identifizieren wie mit den Republikanern. So etwas bräuchten wir auch in Deutschland, wenn Bush nur ein paar Monate hier regieren würde, würde es uns wirtschaftlich tausendmal besser gehen. Aber hier gibt es viel zu viele Gutmenschen, die Republikaner würden hier nicht einmal ein Prozent bekommen.
-Finanzielle Gründe, Steuern
Resultiert quasi aus "Politik und Wirtschaft", denn die Politik legt ja fest, wie hoch die Steuern sind.
-Erfüllung eines Traumes
Da gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe es mir angewöhnt, mir in meinem Leben große, aber nicht unnereichbare Ziele zu setzen. Auswandern nach Amerika, das ist mein Traum, der Traum meines Lebens, und den werde ich erfüllen, weil ich sehr, sehr ehrgeizig bin.
Das wärs erst einmal.
Gruß, Chris (der eine schwere Grippe hat, eine ganze Woche lang krankgeschrieben ist und Antibiotika verschrieben bekommen hat :traurig )
arizona girl
24.11.2005, 12:59
So jetzt habe ich auch abgestimmt.
Es sind viele Dinge, auch Kleinigkeiten, die uns bewegen würden auszuwandern. Dies alles aufzuzählen würden den Rahmen hier sprengen. Das meiste wurde auch schon genannt.
Bei dem Voting habe ich auch Zukunft (eigene/Kinder) angegeben. Vor allem für die Kinder denke ich, wäre es viel besser und entspannter. Leider will meine große Tochter (17) schon nicht mehr mit uns kommen. Sie hat ihren ersten Freund und der ist total antiamerikanisch eingestellt. Ich habe schon Diskussionen mit ihm geführt, hat aber nicht wirklich geholfen. Trotzdem kann er unseren Standpunkt mittlerweile etwas besser verstehen. Da ja aber bekanntlich die Liebe blind macht, hat unsere Tochter gerade die Augenklappen auf und läßt sich total von ihm beeinflussen. Na ja, ich lehne mich im Moment entspannt zurück und warte mal ab. Es muss ja nicht der letzte Mann in ihrem Leben sein :rolleyes: und wer weiss, vielleicht kommt es dann wieder ganz anders. Davon mal ganz abgesehen, wir müssen ja erstmal in der Lottery gewinnen und falls dies endlich mal der Fall sein sollte, werden wir mit allen Mitteln unser Kind zu überreden versuchen :D .
Bei euren Aufzählungen habe ich ein wenig die Abenteuerlust/Fernweh vermisst, wo ich auch meine Stimme für abgegeben habe. Ich finde, es ist doch ein Abenteuer auszuwandern, egal wohin und da ich nunmal Hummeln im Mors habe (wie wir Hamburger sagen) ist dies auch ein Grund für mich.
Ach, ich bekomme schon wieder Heimweh, wenn ich so über die Gründe nachdenke. Alles das, was ich hier in D so schmerzlich vermisse liegt ein paar tausend kilometer entfernt und was würde ich darum geben, jetzt dort zu sein. (Seufz)
american
24.11.2005, 13:09
@arizonagirl
Oh weia! Meine Tochter ist jetzt 16 und hat nix gegen den Umzug nach ihrer Schule. Sie ist auch der meinung die Freiheit ist dort größer. Aber nun hat sie auch einen Jungen in der Schule kennengelernt. Der Zeitpunkt könnte also nicht schlechter sein. Ich hatte immer gehofft sie kommt mit einem netten GI nach Haus :) Aber allzusehr mach ich mir da keinen Kopf. Das wird schon. Wenigstens brauchen die ihr mit antiamerikanisch nicht kommen, anti französisch ja. Abenteuerlust passte leider nicht mehr bei der Umfrage, also hab ich es weggelassen (hat meine Tochter auch angekreuzt, ich hatte eine Liste, die ich meine Familie zum Ankreuzen gab, daher die Idee).
@morgray
Die Kommunismus Befüchtungen habe ich auch und komischerweise ist das auch genau der Grund weswegen meine Eltern, damals wo die Mauer gebaut wurde, ausgewandert sind.
@mick
Diese Fragezeichen kenn ich nur zu gut. Zum Glück habe ich aber dann immer zahlreiche Beispiele parat aus persönlicher Erfahrung.
[QUOTE=american@morgray
Die Kommunismus Befüchtungen habe ich auch und komischerweise ist das auch genau der Grund weswegen meine Eltern, damals wo die Mauer gebaut wurde, ausgewandert sind.
[/QUOTE]
Die Gefahr wird viel zu sehr unterschätzt. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Mehrheit der Bevölkerung FÜR den Kommunismus ist.
Die Gefahr wird viel zu sehr unterschätzt. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Mehrheit der Bevölkerung FÜR den Kommunismus ist.Das sehe ich auch so. Wer dauernd nach dem Staat ruft, für den Eigeninitiative etwas Anrüchiges ist und für den Gewinnstreben unmoralisch ist, der ist im Geiste schon Sozialist; auch wenn die Mehrheit der Deutschen diesen Gedanken weit von sich weisen wird, im Geiste sind es schon überwiegend Sozialisten/Kommunisten. Und das finde ich erschreckend!
Ralph
american
24.11.2005, 19:46
Ich erinner mich noch gut über eine Diskussion mit meinem Vater als ich jünger war. Ersagte damals die Deutschen sind keine Kommunisten. Leider ist er nicht mehr am Leben sonst tät ich ihm das Gegenteil vor Augen halten.
Hallo, naja gruende? uhm...
Dass in deutschland schon wieder nicht schwarz gelb gewonnen hat?!!!!
Nein es gibt wirklich sehr viele gruende...die usa haben vllt auch ein wenig nachteile, aber generell gesehen ist es wohl dort besser.
Kanada ist allerdings auch ein favorit von mir.
Wir wollen auswandern, weil wir gemerkt haben, daß wir die USA als unsere wahre Heimat empfinden.
Nach intensiver Beschäftigung mit der Kultur, den Lebensbedingungen, weiteren Umständen, haben wir festgestellt: Ja, genauso wollen wir leben. DAS ist es!
Wir haben dort so unendlich viele Möglichkeiten, Norbert hat sehr gute Jobaussichten (wenn er denn mal eine Arbeitserlaubnis erhält :rolleyes: ), es ginge uns finanziell soviel besser, ich kann gar nicht alle Gründe aufzählen.
Für Norbert kommt noch ein gesundheitlicher Aspekt hinzu: Hier in D bekommt er inzwischen manchmal wirklich Anfälle von Platzangst. Es ist wirklich erschreckend für ihn w i e eng es hier in D ist. Besonders schlimm ist seine Situation, wenn wir gerade in den USA waren.
Nein, für uns ist die Auswanderung die Chance auf ein glückliches, friedliches, arbeitsreiches, erfülltes Leben.
LG,
Pitti
Das sehe ich auch so. Wer dauernd nach dem Staat ruft, für den Eigeninitiative etwas Anrüchiges ist und für den Gewinnstreben unmoralisch ist, der ist im Geiste schon Sozialist; auch wenn die Mehrheit der Deutschen diesen Gedanken weit von sich weisen wird, im Geiste sind es schon überwiegend Sozialisten/Kommunisten. Und das finde ich erschreckend!
Ralph
Hallo Ralph,
Du bringst es exact auf den Punkt. Genau das denke ich mehrmals am Tag, wenn ich wiedermal so einige Aussagen unserer Mitmenschen hören.
Uwe
Na solang nicht alle so eine Partei wie die PDS waehlen, sollten wenigstens nicht im parlament alle so denken! !! ! :)
Hi Stan,
Merkel ist auch sozialistisch. Die Gleichmacherei geht weiter. Bei uns haben doch heute schon die Minderheiten mehr Rechte als die Mehrheit.
LG Claudi
Hi Stan,
Merkel ist auch sozialistisch. Die Gleichmacherei geht weiter. Bei uns haben doch heute schon die Minderheiten mehr Rechte als die Mehrheit.
LG Claudi
CDU/CSU-FDP waere es aber nicht gewesen!! !
Die Diskussion der deutschen Regierung ist recht weit vom urspruenglichen Thema weg!
:backtotop
Back to topic: ich weiß nicht was gerade in mir vorgeht aber ich versuchs mal zu erklären. In den letzten Tagen wird mir jedesmal wenn ich zur Arbeit fahre bewusst, wie eng doch die Straßen hier sind. Das war für mich nie ein Problem aber seit 3-4 Tagen fluche ich jeden Morgen wenn ich Schlangenlinien fahren muss, weil aufgrund geparkter Autos am Straßenrand keine 2 Autos nebeneinander ungehindert fahren können. Dann, wenn man endlich einen Parkplatz gefunden hat, muss man sich auf die Hälfte des eigenen Körpergewichts reduzieren, um aussteigen zu können. Will heißen: die Parkplätze sind schlichtweg zu eng! Warum mir das gerade jetzt so auf die Nerven geht....keine Ahnung, vielleicht wacht so langsam mein amerikanischer Geist in mir auf...denn bis jetzt hatte es mich nie gestört, da es Gewohnheit war/ist. Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg :rolleyes:
mustang72
26.11.2005, 12:15
Wie Britta habe ich mit dem Auto fahren hier in der Schweiz auch die gleichen Probleme. Das ewige Drängeln, die ständige Enge Vieles andere im Verkehr habe ich in den USA immer total anders erlebt. Vielleicht auch nur weil ich nie irgendwo Downtown am rumfahren waren. So die Big Citys könnte ich mir das vielleicht auch vorstellen.
Jedes Kaff hat meistens Hauptstrassen mit vier Spuren (bzw. plus noch die mittlere Spur zum abbiegen). Vor jedem Geschäft hat es immer freie und auch genug grosse Parkplätze. Der Verkehr auf den Highways habe ich quer durch die USA überall als sehr gesittet in Erinnerung. Vielleicht auch weil alle den Tempomat bei in etwa der selben Geschwindigkeit eingestellt haben so ca. Limit + 10% . Hier hätte ich schlichtweg keine Verwendung für einen Tempomaten.
Hier macht Autofahren wirklich keinen Spass mehr.
Karl-Heinz
26.11.2005, 16:12
Ich muss da immer nostagische Rückblicke machen. Ich habe meinen deutschen Führerschein 1952 gemacht und zur damaligen Zeit war der Verkehr wesentlich leichter in Deutschland und es gab noch das "Fahrvergnügen". :biggrin
Wenn ich heute nach Deutschland komme und mich mit dem Auto durch den Verkehr quälen muss, was allerdings in Chicago selber auch kein Vergnügen ist, kann ich mir zumindest einreden, dass ich das nur paar Wochen durchzustehen habe.
Wenn ich auf unseren Bergstrassen hier in Arkansas fahre, bin ich oft längere Zeit das einzige Auto - also keinerlei Behinderung und man kann sich nebenbei der netten Landschaft erfreuen - also das Fahrvergnügen ist hier unbedingt noch vorhanden.
Das ist vielleicht keine zwingender Auswanderungsgrund, aber wenn sich viele dieser kleinen Gründe summieren, kann das ganz schön auf den Keks gehen.
Nu muss ich dazu bemerken, dass der Verkehr unter anderem einer der Gründe war - gab zig andere - warum wir von Illinois "ausgewandert" sind und nach Arkansas "eingewandert". :D
Da kann ich Britta nur beipflichten. Ich bin wirklich ein begeisterter Autofahrer, ich habe frueher im Jahr in Deutschland 50,000 und mehr km gefahren und das recht gerne, aber in den letzten Jahren empfinde ich es nur noch als Qual. Die Autobahnen sind hoffnungslos von LKW verstopft, die Autofahrer ruecksichtslos (ich bin auch gerne 200 km/h gefahren, mir sind die Leute nicht zu schnell, aber ich empfinde sie extrem ruecksichtslos) und Stau ist an allen Orten.
In der Stadt ist es vollends ein Greuel, nirgends findet man Parkplaetze, und das, obwohl die Autos in Deutschland so winzig sind, dass man eh so gut wie nicht hineinpasst. Wenn ich kiloweise Gepaeck zu Fuss mit mir herumschleppen wollte, wuerde ich in der Steinzeit leben. Hier finde ich wenigstens immer einen Parkplatz vor dem Geschaeft, in dem ich einkaufe (ja, ich weiss, nicht in NYC, aber deswegen erledigen wir unsere Einkaeufe ja auch in NJ und PA).
Naja die NJ Autofahrer nicht wirklich besser und finden es vermutlich schade, dass sie nicht so schnee Autofahren duerfen...
Bibi, da hast Du allerdings sehr Recht, NJ's Autofahrer sind special :D :D
Warte erst mal auf das Chaos in NJ, wenn der erste Schnee faellt. Das ist herrlich. Zumal, was die Schnee nennen, zumindest in Sueddeutschland niemandem ein Gaehnen hervorlocken wuerde.
Ja irgendwie freu mich schon ein bissel auf den Schnee in NJ, dann habe ich hoffentlich frei :D
Ja irgendwie freu mich schon ein bissel auf den Schnee in NJ, dann habe ich hoffentlich frei :D
:confused Was hast Du denn für nen komischen Job? Ich bekomme nicht frei, wenn es schneit. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass jeder von mir erwartet, dass ich mit meinem Auto auch durch tiefsten Schnee fahren kann. ;)
Das war übrigens auch einer der Gründe, warum ich es hier besser finde: Ich kann ein normales Auto fahren und niemand meckert mich dauernd deswegen an.
Und ich dachte, dass ist hier normal, wenn Snowstorm angesagt ist/war, dass man dann frueh lieber erstmal anruft, um herauszubekommen, ob man arbeiten muss. Hier geht doch eh nix mehr, bei Snowstorm, oder?
Also ich kenne das auch nur so wie Bibi, sobald eine Schneeflocke am Himmel ist, wird New Jersey komplett geschlossen. Jedenfalls hoert sich das im Radio immer so an.
Wer sich natuerlich einen Jeep kaufen muss, der kann auch arbeiten :D :D :D
Naja, es ist schon wahr, dass sich halb NJ im state of emergency befindet, wenn eine Schneeflocke querliegt. Allerdings habe ich es noch nicht mitbekommen, dass wirklich jemand die Firma zu macht deswegen. Ich hatte letztes Jahr allerdings schon dem einen oder anderen gesagt, dass er von zu Hause arbeiten kann, wenn er will wegen dem Verkehr.
Naja, wird wohl wirklich am Jeep liegen - ich werde mir ja auch bald einen Sportwagen dazukaufen. Hab meiner Mutter schon gesagt: Der eine wird an geraden Tagen und der andere an ungeraden gefahren. Und dann brauch ich noch ein Ersatzauto, falls eines kaputt geht. Die hat mich angschaut, als ob ich total meschugge bin. :D
LOL prima.
Du bist in der falschen Union. Letztes Jahr war etwas an unserer Gasleitung kaputt und so riefen wir Con Edison an. Die Typen kamen dann auch nach ein paar Stunden und meinten: "Be happy that it is not snowing." Ich fragte wieso, und man erklaerte mir, dass die Gewerkschaft bei Con Edison herausgehandelt hat, dass die Leute bei Schnee zu Hause bleiben koennen.
Na prima. :rolleyes:
Du bist in der falschen Union.
Hähhhh???? Union???? What's that? :confused Ich dachte, das gibt es nur in DE. Ohh... I forgot, I'm on the left coast.
nc-bulls
29.11.2005, 05:55
irgendwie treffen alle gruende zu :biggrin . aber auch lang gehegte traeume. was es genau war/ist ? schwer zu sagen. der erste hamburger und starwars sicherlich nicht.
Ich hab auch den Punkt mit mehr Freiheit gewaehlt, weil der eigentlich alles einschliesst, was fuer mich wichtig ist.
Ich hab auch von Kindheit an den Traum gehabt in die USA auszuwandern, etwa seit ich 12 Jahre alt war, hat mich alles was mit den Staaten zu tun hat einfach fasziniert. Natuerich bin ich auch in der Zeit aufgewachsen, als man in Deutschland die USA (bis auf wenige Ausnahmen) als Freund und Helfer empfand und dankbar war. Ich bin mit der Musik, den Serien und dem positiven Feedback von Eltern und auch in der Schule gross geworden und das praegt.
Freiheit heisst nicht nur, dass alles hier groesser und nicht so gedraengt ist wie in Deutschland (das fuer mich immer mehr zum "Rasen nicht betreten Land" geworden ist, gerade in den letzten 10 Jahren vor unserer Auswanderung.
Freiheit ist auch, dass ich hier viel mehr Moeglichkeiten habe mich zu bilden, mehr Eigenverantwortung uebernehmen zu koennen selbst entscheiden zu koennen, da wo in Deutschland (Altersabsicherung z. B.) Entscheidungen fuer mich getroffen werden.
Ich bin hier, weil meine amerikanische Frau hier lebt.
Natuerlich koennten wir auch gemeinsam in Deutschland leben und der Schritt hierher zu kommen, ist mir nicht leicht gefallen, da ich meine Tochter in Deutschland zurueckgelassen habe. Sie lebte schon seit der Geburt immer bei ihrer Mutter, und ich war auch schon immer ein 14-Tage-Papa. Aber wenn diese Mutter irgendwann einmal entscheiden sollte, ihren Lebensmittelpunkt zu verlegen, stehe ich auch recht dumm da.
Ich kann mein eigenes Lebensglueck nicht von der Entscheidung Anderer abhaengig machen und schon gar nicht darauf warten bzw hoffen und bangen, dass etwas nicht passiert.
Es ist mir auch schwergefallen, weil ich meine Eltern, meine Schwester mit Familie und einige wenige, aber ganz besonders enge Freunde in Deutschland zurueckgelassen habe.
Aber es gibt emails und das Telefon, internet und webcams, wenn man also will, kann man den Kontakt zu Freunden und Familie aufrecht erhalten. Ich bin sicher, dass ich zB zu meinen Eltern jetzt eine engere Bindung habe als vorher. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich meinen Eltern einen ellenlangen Brief geschrieben habe. Etwas, dass ich vorher noch nie getan hatte.
Ich bin hier, weil ich hier eine neue Zukunft aufbauen moechte.
Nachdem ich die Karriereleiter schon im Angestelltenverhaeltnis erfolgreich hinaufgeklettert war und es irgendwann geradezu zwangslaeufig in die Selbstaendigkeit ging, musste ich diesen Traum 2005 zu Grabe tragen.
Die gesamtwirtschaftliche Lage verbunden mit sinkenden Umsatzzahlen, die gravierenden Insolvenzfaelle bei meinen Kunden verbunden mit entsprechenden Zahlungsausfaellen und einem stetig wachsenden Forderungsbestand, machte es mir mit meinem kleinen Unternehmen einfach nicht mehr moeglich, weiterzumachen. Im Januar 2005 musste ich Insolvenz anmelden.
Jedes negative hat auch etwas positives, im Schlechten liegt auch immer etwas Gutes.
Dieses uralte Prinzip kam auch hier wieder zum Vorschein, denn jetzt gab es keine Ausrede mehr, jetzt gab es nichts mehr, was mich davor abschreckte, Deutschland zu verlassen, mit dessen politischer Ausrichtung ich schon lange nicht mehr einverstanden war und mit dessen Sozialversicherungssystem ich eigentlich auch schon lange nichts mehr zu tun haben wollte.
Aber auch die Menschen, mit ihrem Gejammere und Genoehle sind mir mehr und mehr auf den Geist gegangen.
Sie jammerten ueber ihre Jobs, taten aber nichts um an der Situation etwas zu veraendern.
Sie jammerten ueber Geld, taten aber nichts um mehr zu verdienen oder weniger auszugeben.
Sie jammerten ueber alles und jeden und waren neidisch auf die, die es anders und besser machten.
Die grosse Reform des deutschen Systems liess nun auch schon seit mehr als einem Jahrzehnt auf sich warten und die grosse Chance der Wiedervereinigung empfand ich zu grossen Teilen als vertan.
Ich bin hier, weil ich hier sein will
Ich war schon immer ein Fan der USA. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die eher amerikafreundlich war und die mir meine Begeisterung fuer so vieles amerikanische nicht ausgeredet hat.
Als Kind haben mich schon amerikanische Trucks und muscle cars interessiert, spaeter habe ich Country&Western Musik kennen und lieben gelernt, irgendwann Football und Baseball entdeckt. Und natuerlich hatte ich auch keine moralischen Bedenken, hin und wieder FastFood zu essen.
Ich habe mit Urlauben an der Westkueste und in Florida angefangen, wie so viele, Land und Leute selbst zu entdecken, wobei ich die eingetretenen Pfade des Tourismus allerdings nie verlassen hatte. Aber immer wenn ich hier war, habe ich ein tiefes Gefuehl der Verbundenheit verspuert und den Duft der Freiheit inhaliert, auch wenn das jetzt kitschig klingen mag.
Mein ganz persoenlicher amerikanischer Traum war, einmal mit dem Truck quer durch von Ost nach West und zurueck, sowie einmal von Alaska bis Suedkalifornien und ich hatte angefangen, auf einer Karte einzutragen, welche Bundesstaaten ich bereits besucht hatte. Die Karte habe ich heute noch und die wird auch weiter gepflegt.
So habe ich dann auch irgendwann angefangen, bei der Greencard Lottery mitzumachen. Ohne Erfolg allerdings.
Ich hatte immer den Wunsch, mein Englisch zu verbessern, sodass ich irgendwie im Internet auf einem englischsprachigen Discussion Board landete und zu 80% mit US Amerikanern ueber "Gott und die Welt" diskutierte, durchaus kontrovers aber irgendwie anders.
Ich bin hier, weil ich hierher gehoere
Ich habe meine jetzige Frau 2002 im Internet kennengelernt.
Zu Anfang waren wir Diskussionsteilnehmer, teilten viele Ansichten und Ueberzeugungen, wurden Freunde und langsam mehr ...
Und genauso, wie ich urspruenglich dachte, das geht doch nicht, wegen Entfernung, Zeitunterschied, Sprache, Kultur - und es eben doch geht, wenn auch schwierig - ist irgendwann natuerlich der Wunsch entstanden, dass mehr daraus wird, nicht nur Long Distance und online. Es gab jedoch Tonnen von wenns und abers
Als dann im Fruehjahr 2005 meine letzte Schranke im Kopf gefallen war, bin ich erst einmal mit visa waiver hierher geflogen. Ich wollte Abstand gewinnen, mich erholen und Kraft schoepfen.
Durch die Insolvenz haette ich sowieso mein komplettes Leben in Deutschland umkrempeln muessen. Ich hatte alles verloren, was ich an Vermoegen besass, ein Neuanfang als gescheiterter Unternehmer in meinem Alter erschien mir aussichtslos, sowohl als Angestellter (zu alt und ueberqualifiziert) als auch in der Selbstaendigkeit (welche Bank gibt mir Kredit ?) und die soziale Anerkennung ist ja auch nicht gerade toll.
Als meine Frau dann vorschlug, doch einfach hierher zu kommen, passte alles zusammen. Wir haben uns hier noch besser kennengelernt und sind noch intensiver zusammengewachsen. Auch das Zusammenleben mit ihren Soehnen war, mit allen Anfangs- und Anpassungsschwierigkeiten, insgesamt super und ich fuehlte mich hier von Anfang an wohl und heimisch.
Ich bin hier, weil irgendjemand da ganz oben diesen Weg mit mir gegangen ist.
Tippfehler dienen der Unterhaltung, fehlende Buchstaben an der einen Stelle duerfen gegen ueberzaehlige an der anderen Stelle ausgetauscht werden, ein etwa entsehender Ueberhang darf auf ebay versteigert werden. Der Erloes geht allerdings an die Stiftung NeueAlteUnrechtschreibung
Super geschrieben, Rex! Ich mag Deine Schreibe und Deinen Humor:)
Danke Anja, Deine Zeile tut mir gut. Ich hatte schon befuerchtet, zuviel zu schreiben und vor allem zu persoenlich zu werden. Es ist ja nicht die Hochglanz-Story von der Erfuellung des amerikanischen Traums, aber so war es eben.
Der amerikanische Traum ist, seine Persoenlichkeit in Freiheit entfalten zu koennen, nur seinen eigenen Grenzen und den Gesetzen Gottes unterworfen. Dem bist Du hier doch schon weit naeher gekommen als in Deutschland, also lebst Du hier Deinen amerikanischen Traum.
Ich kann Anja nur beipflichten. Habe deine Zeilen geradezu verschlungen.
Klasse geschrieben, Danke.
Du hast einen Spruch in russischer Sprache in Deiner Signatur "Jeder ist seines Glückes Schmied" richtig? Hast du eine besondere Beziehung zu dieser Sprache?
Karl-Heinz
26.02.2006, 04:22
Hallo Rex,
mir hat Dein Bericht auch gut gefallen. Sicher hast Du die richtige Entscheidung getroffen und ich hoffe, Du hast hier eine erfolgreiche Zukunft.
Der amerikanische Traum ist, seine Persoenlichkeit in Freiheit entfalten zu koennen, nur seinen eigenen Grenzen und den Gesetzen Gottes unterworfen. Dem bist Du hier doch schon weit naeher gekommen als in Deutschland, also lebst Du hier Deinen amerikanischen Traum.
Das ist genau die Einstellung, die mir bei den Amerikanern immer so imponiert und mir in Deutschland gefehlt hat.
Klasse geschrieben, Danke.
Du hast einen Spruch in russischer Sprache in Deiner Signatur "Jeder ist seines Glückes Schmied" richtig? Hast du eine besondere Beziehung zu dieser Sprache? Danke Stephan.
Ja. Ich bezeichne mich selbst manchmal eher spasseshalber als Cold War Veteran, war etwas laenger bei der Bundeswehr und habe dort u.a. als Russisch Uebersetzer, ~Auswerter und ~Ausbilder gearbeitet, zu einer Zeit, da man in Deutschland als "Moerder" beschimpft werden durfte, wenn man diesen Dienst am Vaterland ausgeuebt hat.
Ich bin kurz vor dem Fall der Mauer aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, fuehle mich aber immer noch zu meinen Kameraden, die zwischenzeitlich auf dem Balkan und jetzt in Afghanistan eingesetzt sind, demzufolge mittlerweile mindestens zwei weitere Sprachen lernen mussten, stark verbunden.
Das Verhaeltnis der Amerikaner zu ihren aktiven und ehemaligen Soldaten hat mir besser gefallen, verstandlicherweise wohl.
Hallo Rex,
mir hat Dein Bericht auch gut gefallen. Sicher hast Du die richtige Entscheidung getroffen und ich hoffe, Du hast hier eine erfolgreiche Zukunft.
Danke Karl-Heinz,
ich bin auch zuversichtlich. Mein Herz und mein Verstand sagen mir, dass es richtig ist.
Als Teenager hatte ich das Glück und die Gelegenheit sehr viel zu Reisen und von der Welt zu sehen. So war ich z.B. in China, Japan, Malaysia und eben auch in den USA. Da ich überall in Familien gewohnt habe, konnte ich ein wenig über den Tellerrand eines normalen Touristen sehen. Meine Zeit damals in den USA war unbeschreiblich unbeschwert und schön, so dass meine Leidenschaft für dieses Land entfacht war (was ich von China wirklich nicht behaupten kann).
Jahre später begann ich mich für NBA Basketball zu interessieren. Irgendwann fragte mich eine Mitarbeiterin warum ich mir denn noch nie ein Spiel live in der Arena angesehen hätte. Tja, und dann habe ich nicht gezögert und bin drei Tage später nach Miami geflogen, weil die Miami HEAT seit 1999 mein Lieblingsteam sind (nicht erst seit sie Champions sind). Nun bin ich die letzten 6 Jahre 2-3x pro Jahr in die verschiedensten Ecken von Amerika geflogen und habe jeden Trip genossen. Aber sobald ich in Miami aus dem Flugzeug steige, bin ich zu Hause.
Hier in D wurde ich oft gefragt, warum denn "schon wieder nach Amerika?" Und meine Antwort lautete immer: "Ich mag die Menschen!" Ich liebe den freundlichen Umgangston, das Miteinander, den Service. Dann wird mir häufig entgegnet, dass die Amis doch alle so oberflächlich sind, bla, bla, bla ... Darauf kann ich nur entgegnen, das ich mit der Kassiererin im Supermarkt ja auch kein tiefgreifendes Gespräch führen will. Aber ich freue mich, wenn man mir einen guten Tag wünscht. Und wo bittesehr kommt es hier in D vor, das man in einem Cafe sitzt, jemand vorbei geht und sagt: "hello, how are you today?". OK, das bedeutet nicht viel, aber einer dieser netten Menschen ist jetzt mein Verlobter und wir werden im Oktober das K1 Visum beantragen!
Ich nehme zwar seit 2000 an der GC Lotterie teil, aber bisher leider nicht vom Erfolg gekrönt. Familiäre Gründe und ein ganz guter Job hatten mich bisher davon abgehalten meine "Popo" hoch zu bekommen und meinen Traum vom Auswandern stärker ins Visier zu nehmen. Nun wurde meine Firma im letzten Jahr übernommen und nach 11 Jahren mit einer 50 bis 70 Stundenwoche kann man mein know how nicht mehr gebrauchen und hat mir eine Position angeboten, für die ich vor 11 Jahren dort angefangen habe... na toll.
Nun stehen alle Zeichen auf "go" und ich kann es kaum erwarten meinen oneway-Flug zu buchen, denn jetzt stimmt einfach alles: die Liebe zum Land und den Menschen, die Liebe zu meinem Verlobten und die Aussicht auf einen Job in dem ich alles geben kann und es auch anerkannt wird.
Todd, RN
15.08.2006, 20:12
Sounds great, Silke! :)
Ich möchte aus mehreren Gründen in die USA;
Zum einen wg. den besseren Jobaussichten als Krankenschwester, weil ich dort Aufgaben habe, die hier in Deutschland den Ärzten vorbehalten sind und weil die Weiterbildungschancen dort besser sind.
Zum anderen wg. dem Klima. Ich will ja nach Phoenix, Arizona, wo das Klima zwar heiss, aber trocken ist. Seit vor einigen Wochen bei mir Asthma festgestellt worden ist und ich mich immer gewundert habe, warum ich bei dieser feuchten Witterung so schlecht Luft bekomme, mache ich Luftsprünge, wenn ich aus diesem feuchten Klima hier weg bin. Außerdem gefällt mir die Wüstenlandschaft, die ich bis jetzt leider nur aus dem Fernsehen kenne, sehr gut.
Der dritte Punkt ist, das ich mich hier durch diese hohe Bevölkerungsdichte zunehmend beengt fühle. Hier spazieren zu gehen, ohne auf mindestens einen Menschen zu treffen, fängt langsam an, mich zu nerven.
Es gibt sicher noch andere Gründe, in die USA zu gehen, aber das sind für mich momentan die drei wichtigsten.
Auch wenn es sich jetzt wahrscheinlich sehr sentimental anhört, aber irgendwas verbindet mich tief im Innern mit diesem Land und ich könnte jedesmal heulen, wenn ich an Arizona denke und daran, wie lange es noch dauert, bis ich endlich dort bin.
Aber, naja, ich hoffe spätestens in 1 1\1 - 2 Jahren wird es endlich soweit sein.
LG mone
Hallo,
Mone spricht uns wirklich aus dem Herzen
- Job
- Klima (sowohl Wetter wie auch Menschen)
- Weite
Wir würden es in einem Satz zusammen fassen wollen
Immer, wenn wir in America landen, haben wir das Gefühl Zuhause zu sein.
Grüße von
Tamara und Hubert
cat032267
18.08.2006, 22:24
auch bei mir gibt es mehrere Gründe. Amerika ist ein fazinierendes Land. Ich hab am 16.06.2006 einen US-Citizen hier in Deutschland geheiratet, nur leider häng ich hier noch in Deutschland fest. I-130 ist bereits in Nebraska, oder auch California, daß ist grade auch nicht mehr so ganz klar und dauert wahrscheinlich noch 4-6 Monate:traurig
Wir wurde da falsch informiert, es hieß es wäre sogar besser wenn ich das von drüben regle und es wäre überhaupt kein Problem einzureisen usw... ich hab das alles schon in meiner Vorstellung geschrieben. Frustet mich grade etwas, denn eigentlich wäre ich seit dem 02.08 bei meinem Mann in Ohio:cry . Noch ein Grund ist, meine beste Freudin ist auch Amerikanerin, ich hab sie letztes Jahr im August besucht in Colorado und war so begeistert. Ich liebe die Lebensart dort und vorallem lieb ich meinen Mann. Als ich im Oktober das erstemal bei ihm in Ohio war fühlte ich mich sofort zu Hause.
Daher war klar, daß wir unser gemeinsames Leben in den United States leben wollen. Nun müssen wir halt noch ein paar Monate warten.
Hi,
ich wünsche Dir wirklich viel Geduld.
Aber bei all Deinem Frust, weisst Du doch dass dieses Warten in absehbarer Zeit ein Ende hat.
Also von mir mehr einen herzlichen Glückwunsch (bei all der Ungeduld) und nutze Deine Zeit in bad old Germany für die Dinge die noch zu klären sind.
Gruß
Tamara und Hubert
Tja, der Grund, weshalb wir in die USA gekommen sind, war eigentlich nur, weil der Arbeitgeber meines Mannes ihm das Angebot gemacht hat. Vorher haben mich die USA wirklich nie gereizt :o (sorry, ist aber wirklich so, zumindest mein gesamtes Umfeld war eher USA-negativ eingestellt).
Aber die Gründe, weshalb wir hier unbedingt BLEIBEN wollen sind (GC Antrag läuft):
- die Freundlichkeit der Menschen hier allgemein
- die Freundlichkeit Kindern gegenüber ganz speziell (sind keine "Last", wie in D, sondern ein Geschenk)
- die Freiheit (keine Ladenschlußzeiten, keine Sonntags-Nachmittags-Ruhe etc.)
- die Weite, Vielfältigkeit und Schönheit der Landschaft
- und natürlich auch das Wetter
Wir haben schon nach kurzer Zeit gelernt, dieses Land und die Menschen zu lieben und hoffen, noch eine ganz lange Zeit hier leben zu dürfen :usasmilie.
Unsere Gründe für die geplante Auswanderung:
Mein Mann (Amerikaner) hat in den USA wesentlich bessere Berufschancen als hier in Deutschland. Und mir ist es egal, ob ich hier oder in den USA arbeite, denn ich spreche beide Sprachen fließend und bin am Computer halbwegs fit.
Meine Tochter (aus erster Ehe) sieht ihren Daddy nach zwei Jahren wieder und kann sich um sie kümmern und mit ihr Zeit verbringen (und die Zahnspange mit finanzieren :D).
Ich bewundere Amerika schon seit der Kindheit (durch unsere amerikanischen Verwandten) und konnte mich schon immer mit der amerikanischen Mentalität besser identifizieren als mit der deutschen.
Mein Mann kommt mit der deutschen Mentalität auch nicht zurecht und möchte wieder nach Amerika, weil es ihm drüben besser gefällt und weil er uns in Amerika besser versorgen kann als hier.
Die Massenarbeitslosigkeit und die immer mehr steigenden Lebenshaltungskosten, Steuern und Abgaben in Deutschland bei zeitgleicher Entrechtung der Bürger. Und: ich will nicht für alles eine Genehmigung brauchen. Ich will mehr Freiheit.
Die Rente hier sehen wir ohnehin nicht mehr.. und falls doch, beantrage ich sie aus Amerika. :D
...
Mehr fällt mir gerade nicht ein. :o
LG
Biene
american
06.09.2006, 22:31
Die Massenarbeitslosigkeit und die immer mehr steigenden Lebenshaltungskosten, Steuern und Abgaben in Deutschland bei zeitgleicher Entrechtung der Bürger.Die Zahl der Privatinsolvenzen in Crappy G ist in diesen Jahr um 41% gestiegen :eek:
Tja, dann möchte ich mich auch mal anschliessen....
Ich denke mal, die Gründe sind wie bei so vielen die gleichen.
(*) bessere Zukunftsperspektiven
(*) "freieres" Leben
(*) Kinder sind keine "Störfaktoren"
(*) o.k.....natürlich das Wetter
(*) weniger Hektik bei der persönlichen Erledigungen.
Mit dem letzen Punkte ist natürlich auch das Ladenschlussgesetz in DE/CH gemeint. Wenn man arbeitet und gerade läuft es gut und man kann viel bewegen muss man dass unterbrechen oder sogar abbrechen, damit man noch schnell in den Laden hetzen kann um nicht zu verhungern. Hat man es dorthin noch geschafft, dann ist man sofort ein störendes Wesen....Getreu dem Motto: "Wie? Sie wollen jetzt noch Hackfleisch? Hören Sie mal guter Mann...wir haben in 15 Minuten Feierabend und ich habe schon alles sauber gemacht. Das tut mir leid für Sie....:motzen" blablabla....muss ich da noch was hinzufügen?
Aber auch andere Dinge z.B.....die "Kultur" verlangt von uns, wie ein ordentliches Badzimmer auszusehen hat. Fliesen, etc. Hat schon mal jemand in einem (normalbürgerlichen) Bad in USA Fliesen gesehen? Muss eine Dusche gemauert mit allem drum und dran aus Einzelnteilen sein? Nein. Die komplette fertige Einheit zum selberanschluss tut's doch voll und ganz.
Das sollten nur mal so zwei Beispiele sein, die mir gerade so auf die schnelle eingefallen sind.
(Vor einem graut es mit aber schon....gebe ich ja zu. Amerikanische Toiletten sind ja so gar nicht meins.....:eek:)
Moonshine
14.09.2006, 10:49
Ist zwar schon abgeschlossen, jedoch moechte ich mich gerne auch dazu aeussern.
Ich bin ja, wie in meiner Vorstellung genannt in NC aufgewachsen. Ich liebe es dort zu sein. Jedoch kann ich nur fuer NC sprechen, denn ich habe noch in keinem anderen Bundesstaat gelebt. In dem Gebiet, wo meine Familie herkommt (Spencer) gibt es sehr viele unterschiedliche Mentalitaeten. Ich fuehle mich dort immer sehr wohl und obwohl ich die religoese Einstellung meiner Familie nicht teile bin ich immer herzlich aufgenommen worden. Fuer mich ist es schwer zusagen, wo ich eigentlich hingehoere, denn ich mag D sowie die USA. Jedoch sehe ich in den USA die Zukunft meiner Familie und meiner Kinder. Ich bin trotz meiner recht anderen Einstellung zu einigen Themen noch nie angeprangert worden oder diskrimminiert worden, wie es mir hier in Deutschland oft passiert. Als persoenliche (Weiter-)Entwicklung finde ich die USA passend. Auch beruflich habe ich drueben einfach groesser "Ueberlebenschancen". Dazu kommt, dass ich als Army Brat meinen Dad wie auch meinem Vaterland weiterhin uneingeschraenkt dienen moechte, ohne mich irgendwie rechtfertigen oder schaemen zu muessen.
Da es bei mir ja nicht wirklich Auswandern ist, sondern nur "Umorientiereung" (nenn es einfach mal so), weiss ich nicht wirklich mit was fuer buerokratischen Huerden einige kaempfen mussen. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich an einigen Auswandergeschichten teilnehmen kann und schaetze es sehr hier im Forum aufgenommen worden zu sein.
LG,
Kimmy
american
14.09.2006, 13:45
Da es bei mir ja nicht wirklich Auswandern ist, sondern nur "Umorientiereung" (nenn es einfach mal so), weiss ich nicht wirklich mit was fuer buerokratischen Huerden einige kaempfen mussen. Eine sehr gute Bezeichnung. Ich hoffe, Du hast nix dagegen, wenn ich diese in meinem Wortschatz übernehme ;) Bei mir ist es ja auch keine 'Auswanderung' sondern eher ein 'coming home'. Das Wort hatte mich in meinem Zusammenhang schon immer gestört, aber ich hatte kein anderes parat. Jetzt schon :)
Moonshine
14.09.2006, 13:54
Gerne American,
dafuer ist man doch zusammen im Forum um sich auszutauschen...Ich werde kein Patent anmelden :D .
Gruesse,
Kimmy
Coming home gefaellt mir ehrlich gesagt noch besser! :)
american
16.09.2006, 01:09
Na ja, das schreib ich meinen Cousins und Freunde natürlich. Aber hier isses mehr ein 'going home' ;)
american
27.09.2006, 17:42
Heute beim Einkaufen sind wir an unserem Stammbuchladen vorbeigeschlendert und stutzen...es sah so leer aus. Am Fenster hing ein Schild: ' Nach 35 Jahren schließen wir unser Geschäft'. Dies ist in den letzten 8 Wochen bereits das 4. Geschäft, das in diesem Shopping Center Insolvenz angemeldet hat und bekräftigt unsere Bemühungen dieses Land den Rücken zu kehren.
Texashesse
27.09.2006, 21:56
Ist bei uns leider auch nicht anders. Hier sterben die Laeden auch wie die Fliegen. Eine neue Stripmall macht auf, ein Jahr spaeter sind die Haelfte der Geschaefte und Restaurants wieder zu.
Kaum hat man einen Laden/Restaurant gefunden den/das man mag wird schon wieder dicht gemacht.
Erst vor 2 Monaten hat Albertsons bei uns in Nord Dallas/Plano 12 Filialen geschlossen.
Ein Grund: Walmart. Schade. Qualiaet und Auswahl war besser als bei Walmart. Aber die Kundschaft will scheinbar nur BILLIG.
Bei uns (K´town) gehen auch viele in die Knie - überall sieht man die Schilder, obwohl hier noch einige Amerikaner sind, die die Wirtschaft noch einigermaßen laufen lassen. Nicht einmal das hilft mehr. :cry
LG
Biene
:) Hallo -
habe das ganze mal überflogen hier und da kam mir eine Frage - gibt es einen Link für Job's in Amyland wo z.B. Deutsche Firmen Mitarbeiter aus D suchen die evtl. Hilfestellung leisten .
Branche : Automobilzulieferer - Schlosser - Blechverarbeitung - Prozessoptimierung - gibt es hierfür spezielle seiten /links wäre dankbar über jeden Hinweis
Gruss Carsten aus WESTFALEN
Moonshine
28.09.2006, 08:56
:) Hallo -
habe das ganze mal überflogen hier und da kam mir eine Frage - gibt es einen Link für Job's in Amyland wo z.B. Deutsche Firmen Mitarbeiter aus D suchen die evtl. Hilfestellung leisten .
Branche : Automobilzulieferer - Schlosser - Blechverarbeitung - Prozessoptimierung - gibt es hierfür spezielle seiten /links wäre dankbar über jeden Hinweis
Gruss Carsten aus WESTFALEN
Da ich bei einem grossen dt. Autohersteller gearbeitet hab, kann ich dir sagen, dass du als Mechaniker (wenn das die richtige Bezeichnung ist) kaum Chancen hast. Die schicken lieber ihre fertigen Azubis hin, als neue Leute einzustellen. Im administrativen haben die sogar Einstellungsstop:( . Das sind allerdings Stand Mai06 und interne Stellen
Das Geschäfte irgendwann für immer schließen, auch wenn sie jahrzehntelang auf dem Markt waren, ist an sich nichts Schlechtes. Außer natürlich für die Inhaber und Beschäftigten. Aber ansonsten gehört es zur Marktwirtschaft. Wer sich nicht auf neue Kundenanforderungen einstellen oder an veränderte Rahmenbedingungen anpassen kann, der wird irgendwann von den flexibleren Unternehmern vom Markt verdrängt.
Irgendwie muß es in der Natur des Menschen liegen, das man sich eine Kontinuität nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in fast allen Lebenbereichen, wünscht, die im Endeffekt zu gesellschaftlichen und ökonomischen Stillstand führt. "Das einzig Beständige ist der Wandel" sagt ein Sprichwort, aber verstanden oder verinnerlicht haben es scheinbar die wenigsten Menschen.
Sorgen würde ich mir erst machen, wenn es keine Veränderung mehr gibt, weil dann irgendwo die Marktmechanismen außer Kraft gesetzt werden. Was vielleicht kurzfristig weniger schmerzhaft ist, aber langfristig viele Probleme bereitet.
Ralph
Hi Ralph,
sehr schoen und vor allem sehr wahr ausgedrueckt. :thumbsup
LG aus Boise
Klaus
Kraeuterelfe
01.10.2006, 22:51
@ Carsten: Hat das Arbeitsamt nicht auch ne Vermittlung fuer Auslandsjobs?
Ich kann mich dunkel daran erinnern, das mein Mann sich mal an eine Vermittlungsstelle in Bonn gewandt hat, um einen Job in den USA zu finden. Zu der Zeiten waren allerdings keine offenen Stellen gelistet. Die genauen Kontaktdaten hab ich leider nicht mehr, glaube aber es war irgendwas mit 'Arbeiten im Ausland' .
Ich bin hier, weil irgendjemand da ganz oben diesen Weg mit mir gegangen ist.
Hi all!
Also diesen Satz von Thomas finde ich sehr passend. Ich bin auch wegen der Liebe hier. Ich habe einen US-Citzen geheiratet und lebe seitdem hier in der USA. Ich bin zweimal kurz hintereinander in die USA eingereist und bin beim zweiten Mal dann geblieben. Die meisten von Euch kennen meine Geschichte ja. Naechsten Donnerstag reiche ich endlich alle Papiere ein und dann heisst es warten auf die Entscheidung auch wirklich hier bleiben zu duerfen. Auch ich gehoere zu den Personen die hier Anfangs (eigentlich bis vor kurzem) erheblich Probleme hatte sich mit allem zurecht zu finden. Aber der Herr im Himmel weiss was passiert ist, meine Einstellung hat sich grundlegend geaendert und das ganz ploetzlich. Am meisten hatte ich zu kaempfen damit das meine Kinder in Deutschland geblieben sind (Sohn wird am 07.10.06 18 Jahre alt, Tochter ist 16). Auch das meine Familie und Freunde zurueck bleiben. Aber wie Thomas schon sagt es gibt genug Moeglichkeiten den Kontakt aufrecht zu erhalten. Trotzdem weiss ich jetzt eins mit Sicherheit ich will hier bleiben. Auch wenn manches schwerer erscheint auf den ersten Blick so ist es doch meistens zu schaffen. Do it yourself! Nicht, warte das irgend eine Regierung was macht. Mir erscheinen die Menschen hier freundlicher und hoffnungsvoller als in Deutschland und generell zufriedener mit weniger. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber eigentlich bin ich mir sicher das es so ist. In meinem naeheren Umfeld ist es auf jeden Fall so. Hier bist Du erst richtig arm wenn Du gar nix hast, sprich no Home, no Food and so on. In Deutschland jammern auch die, die alles haben. Allerdings versuchen auch einige aus Deutschland mich negativ zu beeinflussen oder haben es versucht. Aber jetzt bringt es ihnen nix mehr. Sprueche wie das schaffst du nie da drueben dafuer bist du zu deutsch oder du bist in 10 Jahren noch aermer wie jetzt usw..lassen mich jetzt kalt. Niemand kann mir sagen was in 10 Jahren ist aber ich weiss das ich mich jetzt hier zu Hause fuehle und ich weiss das mein Mann und ich unsere Zukunft hier haben! Sicherlich bin ich immer noch in vielen Dingen zu Deutsch aber man kann ja auch nicht alles ablegen mit einem Schlag. Aber meine Familie (sprich meine mom in law, mein dad in law and my husband) wollen das auch gar nicht. Sie sagen sie lieben mich wie ich bin. Aber wie gesagt meine Einstellung zu einigen Dingen hat sich ganz ploetzlich geaendert und das macht es hier auf eimal einfach und unkompliziert. Komisch nicht wahr? Ich habe nun kein Problem mehr damit das man sich hier selbst KV versichern muss usw. In meinem Kopf sind andere Dinge wichtiger geworden. Ausserdem hat mein Mann jetzt ne KV abgeschlossen fuer uns beide. :D Aber ich merke ich schweife ab. Da ich ja laut deutscher Aussage von einer Bekannten in der tiefsten Provinz lebe (wie kann man nur? Ich Esel!;)) kann ich Euch nur sagen mir gefaellt es hier wo ich lebe und gut! Und auch hier in der tiefsten Provinz eroeffnet sich mir ein neues und schoenes Leben. Ich muss nur dran arbeiten:). Huch jetzt hab ich so viel geschrieben und mir fallen noch tausend Dinge ein aber ich mach mal schluss. Also zum Abschluss I Love America! (Doch werde ich ein bisschen Deutschland immer vermissen wegen meiner Kinder!)
Liebe Gruesse
Bettina:knuddel
Bettina,
ich bin so froh, daß es dir besser geht und du alles viel positiver siehst. Du wirst sehen, deine neue Einstellung zu allem, wird dir sehr viel weiterhelfen. Vieles ist hier eben anders und man muß sich erst daran gewöhnen.
Karl-Heinz
02.10.2006, 05:55
@Bettina.
gut zu hören, dass sich bei Dir die Anzeichen einstellen, dass Du hier zu Hause bist. Es dauert immer eine gewisse Zeit, bis man sich eingelebt hat. Das ging uns sogar, als wir von Illinois nach Arkansas gezogen sind. Der Mensch scheint tatsächlich ein Gewohnheitstier zu sein.
Es war für uns eine Umstellung von der Großstadt (Chicago) auf Land zu ziehen. Heute sind wir froh, dass wir nicht mehr in der Stadt leben müssen.
Werden Dich Deine beiden Kinder später mal besuchen kommen?
@Bettina.
Werden Dich Deine beiden Kinder später mal besuchen kommen?
ja meine Kinder wollten und werden mich besuchen. Eigentlich wollten sie schon diese Herbstferien kommen aber das hat nicht geklappt:traurig. Sie ziehen gerade mit ihrem Papa in eine neue Wohnung mit seiner neuen Ehefrau. Aber naechstes Jahr klappt es hoffentlich. Trotz des taeglichen Kontakts vermisse ich sie sehr. Aber sie koennen sich beide einfach nicht vorstellen aus Deutschland weg zu gehen. Ich akzeptiere ihre Entscheidung sowie sie meine akzeptieren. Aber vielleicht aendert sich das ja mal wenn sie ein paar mal hier waren:D wer weiss. Aber auch wenn nicht, ich hoffe das wenn meine Papiere durch sind und ich Arbeit habe, das ich sie auch mal besuchen kann. Wird schon alles.
Lieben Gruss
Bettina:knuddel
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