Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : deutsche Auswanderer
Karl-Heinz
22.06.2006, 16:24
Das kann man sich kaum vorstellen, dass so viele Leute Deutschland verlassen. Kein Wunder, dass die deutsche Bevölkerung nicht zunimmt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,423009,00.html
Nun ist die Frage, was für Leute dafür nach Deutschland einwandern?
michelsweb
22.06.2006, 19:01
Tja, wer hätte das vor einigen Jahren noch gedacht. Erst gestern abend habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen, in dem davon berichtet wurde, dass viele Deutsche - vor allem die geistig mobilieren - ihr Glück im Ausland suchen. Die Beispielauswanderer, die interviewt wurden, hat es verschlagen nach... INDIEN!!!
Man stelle sich vor: Erst vor wenigen Jahren gab es eine große öffentliche Debatte darüber, ob man Indern, die die entsprechende Ausbildung mitbringen, per Green Card die Einwanderung und Jobsuche in Deutschland erleichtern solle. Damals wurde dagegen gewettert mit dem Spruch "Kinder statt Inder"... heute sind die Deutschen die Einwanderer in Indien. Was für eine Karriere!!! :eek:
Ich kann es nicht erwarten, dass sich für mich die passende Gelegenheit ergibt, mit Kind und Kegel dieses Land zu verlassen. Nicht so sehr meinetwegen*, denn ich glaube, ich werde es schon irgendwie bis zum wohlverdienten Ruhestand schaffen (Optimismus pur!), sondern vor allem wegen unserer Kinder, deren Chancen auf Arbeit und Wohlstand im Sinkflug begriffen sind.
Neben dem genannten gibt es natürlich noch mindestens 1000 andere gute Gründe, in die Staaten zu ziehen. Aber die Stimmung in diesem Land ist - wenn nicht gerade WM ist - kein Klima, in dem meine Kinder ihr Berufsleben verbringen sollen...
Gruß,
Michael
* was für'n Quatsch - natürlich auch meintwegen. Ich will hier raus!!!
american
22.06.2006, 19:33
Ich hab letztens einen Bericht gesehen über eine deutsche Familie, die nach Mosambik ausgewandert ist. Das nenn ich Abenteuer pur :D
Karl-Heinz
22.06.2006, 19:42
Aber ich nehme an der Irak ist als Auswanderungsland momental weniger gefragt. :D
Es gibt sicher eine Menge Auswanderer, die bei dieser schwerwiegenden Entscheidung der Auswanderung, das zukünftige Leben ihrer Kinder in Betracht ziehen, indem sie hoffen, dass das Leben ihrer Kinder woanders besser sein wird.
wen wundert's? Wenn ich die Tagesschau webseite aufrufe und mir jeden Tag als erstes entgegenschallt, dass die Steuern noch weiter erhoeht werden sollen...
Wen wundert's?
michelsweb
22.06.2006, 21:47
Ich hab letztens einen Bericht gesehen über eine deutsche Familie, die nach Mosambik ausgewandert ist. Das nenn ich Abenteuer pur :D
War das die Familie, die vorübergehend im Zelt schlafen musste, weil keine andere Wohnung verfügbar war?!? So etwas habe ich nämlich auch irgendwann einmal gesehen...
Andreas77
22.06.2006, 22:26
Tja, das ist in der Tat das Topthema in fast allen Diskussionen. Bei mir auf der Arbeit wird immer gerne diskutiert, in welches Land man will. Hier bleiben wollen doch wirklich nicht mehr viele.
Andreas E.
23.06.2006, 03:45
In den achzigern ist aus unserer Gegend eine Familie ausgewandert - nach Israel, in einem Planwagen. Das war aber aus Glaubensgruenden. Der Vater meinte, die Wiederkunft Christi waere nahe gewesen, und so machte er sich samt Familie auf den Weg.
american
23.06.2006, 07:11
War das die Familie, die vorübergehend im Zelt schlafen musste, weil keine andere Wohnung verfügbar war?!? So etwas habe ich nämlich auch irgendwann einmal gesehen...Das weiß ich nicht mehr, hab nicht alles gesehen. Die wollten sich ein Haus bauen, die Frau war total arrogant. Kam sich scheinbar als "reiche" Europaerin dem Afrikanern überlegen vor. Lustig fand ich nur, daß die dort den Zoll schmieren mussten, damit die Ihren Container erhalten. Gängige Praxis in solchen Ländern.
@Karl- Heinz: Danke für den Link, ich wusste gar nicht, dass es soviele sind, die schon ihre Koffer gepackt haben. Ich bin ja seit über 2 Jahren in Österreich und es kommt oft vor, dass mir Leute aus Ostdeutschland begegnen. Die arbeiten hier in den verschiedensten Berufen, entweder als Kassiererin im Drogeriemarkt, als Handwerker oder wie in dem Bericht angesprochen in der blühenden Tourismusbranche. Wer hätte gedacht, dass Deutsche einmal als "Gastarbeiter" nach Österreich gehen?
@michelsweb:"denn ich glaube, ich werde es schon irgendwie bis zum wohlverdienten Ruhestand schaffen (Optimismus pur!)"
Wie optimistisch bist Du, was Deine spätere Rente angeht??? ;)
michelsweb
23.06.2006, 11:43
Wie optimistisch bist Du, was Deine spätere Rente angeht??? ;) Wer sich auf die Rente verlässt, hat schon verloren. Deshalb haben wir längst privat vorgesorgt.
Gruß,
Michael
Genau. Wer hat das nicht?:)
american
23.06.2006, 12:40
Genau. Wer hat das nicht?:)Ähem! Meld :o
Ähem! Meld :o
:o Ups. Sorry.
LG Mandy
@Karl- Heinz: Danke für den Link, ich wusste gar nicht, dass es soviele sind, die schon ihre Koffer gepackt haben. Ich bin ja seit über 2 Jahren in Österreich und es kommt oft vor, dass mir Leute aus Ostdeutschland begegnen. Die arbeiten hier in den verschiedensten Berufen, entweder als Kassiererin im Drogeriemarkt, als Handwerker oder wie in dem Bericht angesprochen in der blühenden Tourismusbranche. Wer hätte gedacht, dass Deutsche einmal als "Gastarbeiter" nach Österreich gehen?
Naja, zumindest muessen die sich nicht den Vorwurf gefallen lassen "wer arbeiten will, findet auch Arbeit".
Wer sich in einer Notlage befindet, und den Weg ins Ausland sucht, hat zumindest etwas unternommen und sich nicht einfach nur in sein Schicksal ergeben und ins Heer der Jammerer eingereit.
Irgendwie kommt es mir so vor, als haette ich ca. 2002 genau den gleichen Bericht mit exakt den gleichen Zahlen gelesen...
Rund 145.000 Deutsche haben im vergangenen Jahr ihre Heimat verlassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden ist das die höchste registrierte Abwanderung von Deutschen seit 1950.
Ins Ausland zieht es vor allem Deutsche aus den alten Bundesländern oder aus Berlin, das die Statistiker offenbar als Westdeutschland betrachten (134.000). Aus den neuen Bundesländern zogen nur 10.000 Deutsche ins Ausland.
Das Bundesamt betont, dass die Zahlen keine Aussagen zum Hintergrund der Fortzüge zulassen. So sei keine Differenzierung möglich, ob der Fortzug eine dauerhafte Auswanderung oder eine befristete Ausreise sei. Zudem könne nicht unterschieden werden, ob es sich bei den Ausreisenden um Spätaussiedler, Eingebürgerte oder Deutsche ohne Migrationshintergrund handele.
Weniger Spätaussiedler, weniger Ausländer
Der Zuzug von Deutschen nach Deutschland hat sich 2005 gegenüber den Vorjahren mit 128.000 deutlich verringert. Diese Zahl enthält sowohl die Zuzüge von Spätaussiedlern und von Rückkehrern. Ein Grund für den Rückgang der Zuzüge sei darin zu sehen, dass in den letzten Jahren immer weniger Spätaussiedler nach Deutschland zugewandert seien.
Mit rund 579.000 Ausländern zogen im vergangenen Jahr vier Prozent weniger nach Deutschland als im Vorjahr. Damit wurde zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung die 600.000 Personen-Grenze unterschritten. Rund 483.600 Ausländer haben Deutschland 2005 verlassen, zwölf Prozent weniger als 2004.
Insgesamt kamen 707.000 Menschen nach Deutschland, 628.000 verließen das Land. Daraus ergibt sich ein so genannter Wanderungsüberschuss von 79.000 Menschen.
Quelle N-TV:
http://www.n-tv.de/686125.html
american
06.07.2006, 14:19
Hatten wir doch schon kürzlich hier:
http://www.roundtable-usa.com/showthread.php?t=4134
Karl-Heinz
06.07.2006, 14:25
Das sind recht interessante Zahlen, aber besagen eben wenig darüber aus, warum Leute Umziehen. Heutzutage werden viele Leute durch ihre Firmen für längere Zeit ins Ausland geschickt, was in dem Sinne keine Auswanderung ist, weil sie nach dem Ablauf des Vertrages meist wieder in das Heimatland zurück kehren. Auf jeden Fall ist unsere heutige Gesellschaft, ob willig oder unwillig, erheblich mobiler geworden.
american
06.07.2006, 14:28
Lustig find ich immer wie man sich lobt das die arbeitslosenzahl zurückgegangen ist in diesem zusammenhang. Ich bin überzeugt das die auswanderungswelle ihren anteil daran hat. Deutsche stellen wohl in Österreich die höchste Gastarbeiterminorität inzwischen dar, habe ich gelesen.
american
12.07.2006, 17:47
Scheint als ob nicht nur die Deutschen das Land verlassen.
Hunderttausende von Polen haben ihre Heimat seit dem EU-Beitritt verlassen
http://www.nzz.ch/2006/07/12/ma/articleEAJ4O.html
Die Zahlen und Statistiken der deutschen Ämter sind in meinen Augen
eher geschönt! Nachzuvollziehen ist das dann wohl eher kaum!
Es wurde ein paar posts vorher davon geredet wenn jemand Not leidet
und sich ein anderes Land sucht, hat er zumindestens etwas unternommen.
Nunja, ich leide ja eigentlich nicht Not. Aber aus Gesprächen mit Verwandten und Bekannten
kann ich für mich persönlich den Trendzuwachs zum Auswandern feststellen.
Ich lege mal meine Karten offen auf den Tisch:
Ich verdiene 1700,- Euro netto zzgl. der 200,- Euro von meiner Frau.
Sind zusammen mit 308,- Euro Kindergeld 2208,- Euro die wir monatlich
zur Verfügung haben.
Davon geht ab:
Miete - 640,-
Strom - 120,-
Gas - 70,-
Tel.DSL - 70,-
Mobiltel. - 25,-
Auto/Tanken - 350,-
Lebensmittel - 500,-
Versicherungen - 130,-
Schule/Kindergarten - 150,-
Kleidung/Sonstiges - 150,-
-----------
Bleiben unterm Strich 3,- Euro
Und dann darf nichts kaputt gehen!!!
Urlaub?
Altersvorsorge?
Neuanschaffung?
Leben?
Da hab ich weiterhin auch keine Lust mehr drauf!!!!
Gruß Ingo
Karl-Heinz
19.07.2006, 16:37
Einigen Deutschen muss es finanziell dann doch besser gehen, denn immerhin kommen 1.4 Millionen deutsche Touristen pro Jahr allein in die USA. Vielleicht sind es nächstes Jahr mehr, wenn sie nicht mehr im Libanon Urlaub machen. :)
Übrigens hat unser Sohn eine alte goldene Taschenuhr hier reparieren lassen, wo sich durch den Wert der Uhr selber die Reparatur lohnte. Aber normaleweise wandert heute eine kaputte Uhr in den Müll, weil eine neue relativ billig ist, sogar meine neue Funkarmbanduhr.
Einigen Deutschen muss es finanziell dann doch besser gehen, denn immerhin kommen 1.4 Millionen deutsche Touristen pro Jahr allein in die USA. Vielleicht sind es nächstes Jahr mehr, wenn sie nicht mehr im Libanon Urlaub machen. :)
Ich wäre auch ohne dem Disaster momentan dort nie auf die Idee gekommen
im Libanon Urlaub zu machen!? :)
Aber ja, es gibt immer mehr Deutsche die richtig viel Geld haben und immer
mehr Deutsche die fast Nichts mehr haben. Die Mittelschicht, die für ein
gesundes Wirtschaftsverhältnis gesorgt hat, ist mittlerweise am Verschwinden.
Ich bin ja schon überaus glücklich von mir behaupten zu können, ich lebe
in Deutschland, habe eine Familie die ich ernähren kann und habe 0 Euro
Schulden!!! Das ist schonmal viel Wert! Aber wie lange noch?
Gruß Ingo
Andreas E.
19.07.2006, 18:45
Aber ja, es gibt immer mehr Deutsche die richtig viel Geld haben und immer
mehr Deutsche die fast Nichts mehr haben. Die Mittelschicht, die für ein
gesundes Wirtschaftsverhältnis gesorgt hat, ist mittlerweise am Verschwinden.
Ich dachte immer, dass das ein Vorwurf ist, den die gutmenschlichen Deutschen den Amerikanern machen... :confused
Wo ist denn das allumfassende soziale Netz? (j/k)
american
19.07.2006, 19:11
Grad bei Bild am Sonntag ne interessante Grafik gefunden:
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/07/16/auswanderungswelle-stopp/foto-tabelle-auslandziele.gif
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/07/16/auswanderungswelle-stopp/auswanderungswelle-stopp-deutschland.html
Ich dachte immer, dass das ein Vorwurf ist, den die gutmenschlichen Deutschen den Amerikanern machen... :confused
Wo ist denn das allumfassende soziale Netz? (j/k)
Vorwurf gegenüber den Amerikanern??? Kein Plan! Nie was von gehört.
Das allumfassende soziale Netz wird immer grobmaschiger.
Es rutschen zu viele durch die Hilfe dringend brauchen aber per Bürokratie
fertig gemacht werden und dann noch zu viele die sich auf die Faule Haut
legen um eben dieses auszunutzen. Jugendliche Schulabgänger ohne jegliche
Perspektive. Hauptschüler bekommen so gut wie überhaupt keine Lehrstellen
mehr und für den Rest ist es auch sehr aussichtslos.
Es gibt viel zu viele Gesetze, Auflagen, finanzielle Ärgernisse, die die Betriebe
dazu bringen keine Lehrlinge mehr einzustellen.
Ein Auszubildener kostet jedem Betrieb ordentlich Geld. Man muss einen
Meister des Fachbereichs aufweisen, evtl. Betriebsräume ändern, Berufsschulkosten,
Innungskosten, Kosten, Kosten, Kosten......
Es ist einfacher für die Betriebe Strafe für keine Ausbildungsplätze einzurechnen.
Produktionsmäßig gehen die großen Konzerne ins Ausland. Tschechien, Polen, Slowakei ... Dort sind ja auch die Lohnnebenkosten geringer.
Also fällt schonmal ein großer Teil mit Produktion zwecks Auslagerung weg.
Der nächste Teil der stark betroffen ist sind Dienstleistungen. Dienstleister aus Polen, Ungarn, Slowakei, etc., kommen nach Deutschland und "dürfen"
mit weniger Ausbildung hier ihre Dienste anbieten und machen ansässige
Firmen kaputt. Tolle EU!
Man kann hier durch die Fußgängerzonen jeder Stadt laufen und wird merken,
es gibt haufenweise 1 Euro Shops mit Müll aus Taiwan und massenhaft Dönerbuden,
aber alles andere läuft den bach runter. Lehrstehende Geschäftsräume wo
man nur hinsieht. Und was unsere Frau Merkel für nächstes Jahr geplant hat ... prost mahlzeit!
19% Mehrwertsteuer, höhere Lohnnebenkosten und das bei unserer jetzigen Wirtschaftslage.
Vielleicht gehöre ich bald auch zu Hartz4 Empfängern. Keine Ahnung wie das hier noch weitergeht!?
Gruß Ingo
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