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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auslaenderhass in Deutschland ist Asylgrund in den USA



Coyote
03.12.2004, 22:25
Eine Kollegin erzaehlte mir heute, dass seit Neuestem der Auslaenderhass in Deutschland Asylgrund in den USA ist. Ich dachte ich hoere nicht Recht, aber tatsaechlich, ich habe das Grundsatzurteil gefunden. Das Beste: die Asylanten sind deutsche Staatsbuerger!

Nun muss man dazu noch Folgendes wissen: Das Gericht, dass dieses Urteil ausgesprochen hat, ist das linkeste, liberalste und verantwortungsloseste Gericht in den USA, der Bundesappellationsgerichtshof des 9. Bezirks in San Francisco. Es ist das Gericht, dessen Entscheidungen am meisten vom Supreme Court aufgehoben werden, es ist auch das Gericht, dass das "pledge of allegiance" verbieten wollte. Es hat immer schon eine Vorliebe fuer Verbrecher und andere undesirables gehabt.
Nichtsdestotrotz ist sein Urteil nun geltendes Recht.

Was mich dabei besonders aergert ist, dass das Gericht der Behauptung der Asylanten glaubt, dass Gewalt Gegen Auslaender ueberall in Deutschland an der Tagesordnung ist und dies vom deutschen Staat gedeckt und gebilligt wird. Der deutschen Polizei wird unterstellt, absichtlich nichts zu unternehmen, die deutsche Armee wird als voller Neonazis bezeichnet und deutsche Arbeitgeber wurden von Gesetz wegen keine Auslaender einstellen, was ja voelliger Bloedsinn ist.

Na ja, lest das Urteil selbst. Hier ist der link: http://caselaw.lp.findlaw.com/data2/circs/9th/0271841ap.pdf

Hier die Zusammenfassung von LEXIS, es lohnt sich aber, das Urteil ganz selbst zu lesen:


PROCEDURAL POSTURE: Petitioner alien sought review of an order of the Board of Immigration Appeals (BIA) affirming the denial of her applications for asylum under 8 U.S.C.S. § 1101(a)(42)(A), withholding of deportation, and voluntary departure.


OVERVIEW: The alien, a native Afghanistan and German citizen, applied for asylum and withholding of deportation on the ground that she and her family repeatedly experienced anti-foreigner threats and violence while living in Germany. An immigration judge (IJ) denied her applications. On review, the court held that the alien was entitled to asylum because her testimony compelled a finding of past persecution and because the government failed to rebut the presumption of a well-founded fear of future persecution. The alien testified that her family received a death threat, that their vehicle's tires were slashed, and that their apartment was ransacked. The alien was forced to run from an anti-foreigner mob, her husband was attacked twice while driving his taxi cab, and both of her young sons were attacked. The police made no arrests after the husband was attacked, and school officials refused to help the alien after her sons were attacked. The IJ erred by requiring the alien to disprove relocation within Germany as safe, as it was the government's burden to prove that relocation was safe. The IJ's conclusion regarding relocation was not supported by substantial evidence.


OUTCOME: The alien's petition for review was granted. The court held that the alien was entitled to asylum and remanded the case so that the Attorney General could determine whether to grant that relief. The court also remanded for further consideration of the alien's withholding claim.


Das Urteil ist: Mashiri v. Ashcroft, 383 F.3d 1112


Und wann wird Antiamerikanismus in Deutschland ein Asylgrund?


Hier uebrigens eine deutsche Reaktion: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,324779,00.html

Chris
04.12.2004, 14:35
Naja, so unseriös das Gericht, welches das entscheiden hat auch ist, und so unnötig wie dieses Asylrecht, dass ein in Deutschland "gehasster" Asyl in den USA bekommen kann, auch ist, macht sich bei mir doch etwas Schadenfreude breit. Schily (und mit Sicherheit nicht nur er) fühlt sich jetzt von den Amis sicher als unfähig abgestempelt. :cool:

Todd, RN
04.12.2004, 15:06
Erinnert mich ein wenig an den Streit mit dem State Department vor einigen Jahren, als Deutschland wegen seines Vorgehens gegen Scientology Einschränkungen der Religionsfreiheit vorgeworfen wurde.

Innenminister Schily ist meines Wissens recht wohlgelitten in den USA und hat auch in frostigen Zeiten des deutsch-amerikanischen Verhältnisses gute Beziehungen zu seinem Amtskollegen Ashcroft unterhalten. Ich kann mich täuschen, aber für mich wirkt er wie ein geläuterter Grüner, der mit den ideologischen Verirrungen seiner Vergangenheit nicht mehr viel gemein hat. Es scheint mir auch, dass er sich ernsthaft bemüht, sicherheitspolitisch notwendige Änderungen in der deutschen Gesetzgebung rasch umzusetzen.

Pitti
04.12.2004, 18:29
Stimme @Thorsten zu: Schily hat für mich ganz vernünftige Ansichten und sein Handeln zeigt oftmals positive Ansätze. Nur kommt er damit leider nicht sehr weit. Denn er wird ja immer wieder von seinem Chef, dem Un-Bundeskanzler, zurückgepfiffen. Warum "Un-Bundeskanzler"? Na, weil alle negativen Dinge mit "Un" beginnen ;) .
Er kommt mir manchmal vor als würde er gegen Windmühlenflügel kämpfen. Aber dieses Schicksal haben ja einige Mitglieder dieser Regierung.

Zum ursprünglichen Thema: Fänden es gar nicht schlecht, wenn wir Ausländerhaß geltend machen könnten und damit in den USA Asyl bekämen. Denn wir haben schon festgestellt, dass, wenn man sich in unserem Umfeld (z. B. dienstlich) zu den USA bekennt, man ganz schöne Nachteile haben kann...
LG,
Pitti

Rolf
04.12.2004, 18:56
Irren ist bekanntlich menschlich. Wir haben leider nicht nur UN-Richter, sondern auch UN-Politiker. :D :D

Sabrina
09.12.2004, 17:58
Es ist erschreckend wenn man sich vorstellt welches Bild von Deutschland durch so etwas nicht nur in USA sondern ueberall sonst vermittelt wird. Man muss doch denken, dass Deutschland fast wieder dort ist, wo man vor 60 Jahren aufgehoert hat, wenn man das alles so glaubt.

Erschreckend war allerdings auch eine Meldung die ich vor ein paar Tagen gelsen habe. In Muenchen wurden 3 tuerkische Maedchen/junge Frauen (13, 16 und 21 glaube ich) von als Krampusse verkleideten 6 oder 7 Jugendlichen angegriffen, der schwangeren 21-jaehrigen mit einem harten Gegenstand (Baseballschlaeger oder sowas) in Bauch gestossen so dass sie das Baby verloren hat - und alles wohl aufgrund eines rechtsradikalen bzw. auslaenderfeindlichen Hintergrundes.

Es macht mich sehr betroffen wenn ich all das hoere - wie lange wird man hier noch sagen koennen, dass Deutschland das Land ist wo man herstammt und das man in gewisser Weise ja trotz mancher Unzulaenglichkeiten mag, weil man da aufgewachsen ist ohne Repressalien zu haben oder schraege Blicke erwarten zu muessen?

Shiva
09.12.2004, 19:36
Bei der Obduktion des Kindes hat sich heraus gestellt, dass die junge Frau schon tagelang ein totes Baby in sich trug. Die Anklage soll daher auf schwere Körperverletzung hinaus laufen...

Sehr tragisch für die Frau, nicht nur, dass sie so verletzt und gedemütigt wurde, auch noch das Wissen ein totes Kind im Bauch gtragen zu haben...

Da fehlen mir die Worte