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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Paramedic/Rettungssanitaeter welche Ausbildung - wo ist sie gültig?



tommi
03.01.2005, 00:06
Hallo, mein Name ist Thomas (21)

Komme aus Österreich/Tirol. Absolviere gerade mein Studium der Biologie/Mikrobiologie hier in Österreich und bin gerade dabei den 1. Abschnitt abzuschließen, welcher in meinem Studium mit dem Bakkalaureatszeugnis endet.

Interressiere mich dafür hier in Österreich eine Ausbildung zum Rettungssanitäter neben meinem Studium zu machen, was an und für sich kein Problem ist. Da es mich aber auch in die Ferne zieht und die US mich sehr interessieren würde ich gerne in den USA als Rettungssanitäter arbeiten. (warscheinlich für einen begrenzten Zeitraum)

Hier meine Fragen an euch:

- Aus dem Internet erfährt man dass die Rettungssanitäter-Ausbildung vermutlich nicht anerkannt wird. Oder kann mir jmd andere Informationen geben? Empfiehlt es sich die Ausbildung gleich in den US zu machen??

- Gäbe es hierfür ein Visum?


Wäre euch sehr dankbar über Informationen!

Greets from Austria
Tommi

Coyote
03.01.2005, 19:26
Alle EMTs und Paramedics muessen in dem jeweiligen Bundesstaat zugelassen sein. Es gibt verschiedene Ausbildungsstufen, wobei der Paramedic-EMT die anspruchvollste ist und in der Regel ein zweijaehriges Studium voraussetzt. Auslaendische Ausbildungen werden nicht automatisch anerkannt, man kann hoechstens darauf hoffen, einzelne KUrse anerkannt zu bekommen, aber man muss die amerikanischen Pruefungen machen.

Es sollte durchaus moeglich sein, dafuer ein Studentenvisum (M) zu bekommen, allerdings ist der Beruf kein Mangelberuf und kein Beruf der "specialty occupations", so dass die Aussicht auf ein Arbeitsvisum nach der Ausbildung aeusserst gering ist.

Hier ein Ueberblick ueber das Berufsbild: http://www.bls.gov/oco/ocos101.htm

Todd, RN
05.01.2005, 17:11
Danke für die "Aushilfe", Wolf!

Mein Cousin ist Paramedic, von daher kann ich ergänzend noch etwas aus persönlicher Erfahrung beisteuern.

Mich hat beeindruckt, wie weitreichend die Kompetenzen des Paramedic in der Notfallversorgung sind. Im Prinzip deckt er das Spektrum eines Notarztes ab, er steht dabei in ständigem Funkkontakt mit den Ärzten des Krankenhauses, in das der Patient transportiert wird.

Mein Cousin ist zu einer Zeit bei der Feuerwehr angefangen, als sämtliche EMT-Kurse noch bezahlt wurden. So hat er sich Stufe für Stufe hochgearbeitet und ist zudem noch Verantwortlicher seines Departments für den Umgang mit "hazardous materials".

Er ist mittlerweiler ein "alter Haudegen" und kann bald in Rente gehen. Nach 9/11 hat er sich übrigens eine Tätowierung stechen lassen: "9/11 - we will never forget".

Seine Frau ist mit 40 noch einmal ins College gegangen und hat nach vielen Jahren freiwilliger Arbeit für die Feuerwehr ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie arbeitet mittlerweile als Fire-Marshall.

Die Familie hat sich also der Feuerwehr verschrieben.

Gerade nach 9/11 hat es zumindest dort, wo meine Verwandten leben, ein grosses Interesse an der Arbeit bei der Feuerwehr gegeben, so dass dort absolut kein Mangel an qualifizierten Bewerbern herrscht.

Sabrina
08.01.2005, 23:51
Ich bin auch immer wieder beeindruckt davon, welches Spektrum die EMT's abdecken und welchen Stellenwert sie hier geniessen. Die EMT's sind hochprofessionell und scheinen ueber eine wirklich fundierte Ausbildung zu verfuegen - das mit dem Notarzt kann ich voll unterstreichen.

Ein Mangelberuf ist es aber wohl nicht - aber vielleicht gibt es wirkliche die Moeglichkeit auf ein Studentenvisum - das muesste sich doch klaeren lassen und duerfte vielleicht mehrere hier interessieren.

Coyote
09.01.2005, 03:32
wie schon gesagt, studieren kann man das hier schon, aber es gibt keine realistische Aussicht auf ein Arbeitsvisum. Und da die Ausbildung einem in Deutschland nichts bringt, sollte man sich das also dreimal ueberlegen, bevor man viel Geld fuer ein Studium in den USA ausgibt.

Das ist m.E. nur etwas fuer Leute, die bereits eine Green Card haben. Dann allerdings ist es ein sehr interessanter und wichtiger Beruf.


Der Stellenwert der Feuerwehr in den USA war schon immer weit hoeher als in Deutschland, was ich aus eigener Erfahrung als langjaehriger freiwilliger Feuerwehrmann in Deutschland weiss, vielleicht auch, weil man die Feuerwehr hier scheinbar oefter braucht. In New York City hatten wir dieses Jahr bereits 5 Feuer mit toedlichem Ausgang, in 7 Tagen.

9/11 hat dann die Kameraden endgueltig in den Status von heroes erhoben, und das mit Recht.

http://www.firekat.org/images/fdny.jpghttp://www.herolist.com/pictures/Firemancrop1.jpghttp://syncpointsoftware.homestead.com/files/images/fdny/walken_to_work.jpg

Todd, RN
26.01.2005, 07:45
Great pictures, great men! :usasmilie

Ich bin seit ein paar Jahren auch freiwilliger Feuerwehrmann und mir ist erst bei dieser "Laienausbildung" bewusst geworden, was Feuerwehrmänner und-frauen tatsächlich leisten. Man kann sich nur schwer vorstellen, was es heisst, in voller Montur und unter Atemschutz einen Menschen aus einem brennenden, verqualmten Haus zu bergen, wenn man dies nicht in einer Übung zumindest ansatzweise erfahren hat. Das ist jedoch oftmals "Alltag" für einen Berufsfeuerwehrmann, genau wie das Bergen Schwerverletzter aus Autowracks nach Unfällen.

Unvorstellbar hingegen für mich der Druck, dem Feuerwehrleute bei Szenarien wie 9/11 standhalten müssen, man kann nur Hochachtung vor ihren Leistungen haben!

Coyote
26.01.2005, 20:37
Ja, ich erinnere mich auch noch gut an meine Ausbildung, als ich mich vom Schlauchturm des Stuetzpunktes abseilte etc. Kein leichter Job den man da auch noch freiwillig uebernommen hat.

Leider haben wir in New York mal wieder schlechte Nachrichten: vorgestern kamen bei zwei Brandeinsaetzen drei Feuerwehrmaenner ums Leben. http://www.ny1.com/Content/images/live/75/149335.jpg

7 Kinder haben nun keine Vaeter mehr. Die meisten Leute unterschaetzen, wie gefaehrlich dieser Job ist. Insgesamt haben seit Gruendung des FDNY 1,131 Feuerwehrleute im Dienst ihr Leben verloren. :traurig

http://www.ny1.com/ny/Boroughs/SubTopic/index.html?topicintid=3&subtopicintid=12&contentintid=47484

Todd, RN
28.01.2005, 22:35
Ach, das ist traurig. Feuerwehrleute gehen schon aussergewöhnliche Risiken ein, um anderen Menschen in Not zu helfen.

Das bringt mich auf ein Thema, dass hier im Forum noch gar nicht angesprochen wurde, mir aber sehr nahe ging:


Pau.
Ein vermutlich geistesgestörter Täter hat in der Psychiatrie der südwestfranzösischen Stadt Pau eine Krankenschwester geköpft und eine weitere erstochen. Die Bluttat in der Nacht zum Samstag hat Frankreich in einen Schockzustand versetzt. Gesundheitsminister Philippe Douste-Blazy setzte gestern einen Krisenrat zur Welle der Gewalt in Kliniken ein und kündigte stärkere Sicherungsmaßnahmen an. Die Schwestern hatten Nachtwache in einem Pavillon der Psychogeriatrie mit 21 Alzheimer-Patienten, als der Mörder kam. Ihre Leichen wurden erst am Morgen gefunden. Die enthauptete Frau lag im Pausenraum, die andre wurde in einer Blutlache mit Messerstichen im Hals auf dem Flur gefunden. Als Tatwerkzeug wird ein Säbel oder Hausmesser vermutet. Beide Opfer waren Mütter um die 40. "Jetzt kommt Weihnachten, und die Kinder haben keine Mutter mehr", sagte eine Kollegin fassungslos. "Das hätte uns allen passieren können." Ein Klinikmitarbeiter erklärte: "Das ist schlimmer als ein Horrorfilm."

Blutspuren zeigen, dass der Täter ein Fenster einschlug, um durch den Klinikpark zu entkommen. Die Tat sei das Ergebnis einer Psychose mit völligem Delirium oder von einem Menschen im Griff von Drogen oder Alkohol begangen worden, sagte der Leiter der Psychiatrie von Cadillac, Paul Bonnan. "Fast täglich werden Helfer von Patienten angegriffen." Die Zunahme der Gewalt hänge mit dem Zerfall familiärer Bindungen, sozialem Absturz und Hoffnungslosigkeit zusammen. Die Gewerkschaften machten die Regierung für diese Tendenz mitverantwortlich. Viele Patienten würden zu früh entlassen, und für die Betreuung fehle Geld. Ein Gewerkschaftsvertreter sprach in Radio RTL von "Horror, Terror, Angst, Ekel - Angst, wieder zur Arbeit zu gehen".
Die Polizei nahm am Samstag fünf Tatverdächtige fest. Vier sind Alkoholiker zwischen 30 und 40 Jahren, die nachts bei der Polizei angerufen und von einer Gewalttat gesprochen hatten. Der fünfte Mann war kürzlich aus der Klinik entlassen worden. Doch einen konkreten Tatverdacht gibt es offenbar nicht. Gestern sagte Staatsanwalt Eric Maurel, dass die fünf Männer wieder freigelassen wurden.
In der überbelegten Psychiatrie mit 460 Betten und einer Ambulanz sind etwa 1.200 Menschen beschäftigt, darunter etwa 40 Ärzte und Psychiater. Douste-Blazy sprach am Tatort mit Pflegern und Angehörigen der Opfer. Der Minister, der selbst Arzt ist und Klinikleiter war, gestand einen "gewaltigen Rückstand" in der Psychiatrie ein. Er werde per Gesetz für mehr Sicherheit sorgen.

dpa/AP



Ich habe auch schon einige krasse Übergriffe, insbesondere auf Kolleginnen, erlebt, aber was da in Frankreich passiert ist, hat natürlich eine ganz andere Dimension... :( . Zum Glück passiert so etwas nicht alltäglich!
Der Pflegeberuf ist aber auch ausserhalb der Psychiatrie nicht ganz ungefährlich, man denke nur an die Risiken bei der Pflege infektiöser Patienten oder dem Umgang mit Zytostatika, Röntgenstrahlung usw.

P.S.: Vergass zu erwähnen, dass sich obige Tragödie am 20.12.2004 ereignet hat.

Coyote
28.01.2005, 23:09
Die APNA hat dazu gerade voriges Jahr eine Studie vorgelegt. http://jap.sagepub.com/cgi/content/abstract/10/3/113

Ich vermute, Du bist member der APNA, dann kannst Du den Artikel aufrufen.

Eine aehnliche Studie gab es von der VA: http://www1.va.gov/vasafety/page.cfm?pg=213

Es ist auf jeden Fall ein Problem, von dem die Oeffentlichkeit meistens nichts weiss.

Karl-Heinz
28.01.2005, 23:14
Ich bin jetzt 11 Jahre bei der freiwilligen Feuerwehr im Ort und war lange Zeit zusätzlich "First Responder" man wollte das ich auch das 2 jährige EMT Training machen sollte, aber ich werde langsam bischen zu alt dafür. Die Ausbildung als Paramedic dauert hier 6 Jahre. Naja bei mir im Alter von über 70 Jahren wird es fraglich wie lange ich bei der Feuerwehr noch weiter machen kann, da die körperliche Kraft einfach nachlässt. Endlich bekommen wir paar jüngere Leute.

Todd, RN
28.01.2005, 23:37
Wolf: Ich vermute, Du bist member der APNA, dann kannst Du den Artikel aufrufen.



Lustig, mit dem Gedanken spiele ich tatsächlich schon seit längerem, wollte mir das aber für den Tag X aufheben...vielleicht sollte ich das nochmal überdenken!

Ich habe mich gerade zu einer fünftägigen Weiterbildung mit dem Inhalt "Aggressionshandhabung" angemeldet. Das war in der Tat insbesondere als Berufsanfänger in der Akutpsychiatrie ein Riesenthema für mich. Vermutlich ist es in der psychiatrischen Pflege wie im Polizeiberuf, Erfahrung gibt einem mehr Sicherheit im Umgang mit potentiell gefährlichen Situationen.

Hier mal einige der ärgeren Zwischenfälle, die ich erlebt habe: eine Kollegin wird auf dem Flur von einem Patienten angesprungen, gewürgt und an den Haaren gezerrt; ein Jugendlicher schlägt einen Mitpatienten krankenhausreif und greift danach auch eine Gruppe von Pflegekräften, die ihn in Gewahrsam nehmen wollen, tätlich an; einer Kollegin wird während einer Gesprächsgruppe ein Glas an den Kopf geschleudert; eine Patientin beisst einem Polizisten bei der Übergabe auf der Station einen Finger ab (!); eine Patientin schlägt eine Ärztin und zwei Krankenschwestern in einem Überwachungszimmer grün und blau (das war in sofern noch ganz interessant, als die uns vorher gesagt haben, sie bräuchten keine Männer dabei, grmpf :whistling ); ein Patient tritt bei der Anlieferung durch die Polizei den Polizisten eine Riesenbeule in die Tür (danach kamen die meistens nur noch mit dem Kastenwagen...).

So, mehr werde ich heute nicht mehr zum Besten geben, das Bett ruft mich!

Gute Nacht!